In Altenahr ist am Dienstag die Freiluftausstellung "We AHR strong. Fünf Jahre, ein neuer Blick" eröffnet worden. Bis zum 24. August sind entlang der Ahr in Altenahr, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig und Schuld Porträts von über 60 Menschen zu sehen, wie die niederländische Organisation "Museum of Humanity" und die Kreisverwaltung Ahrweiler mitteilten. Der Fotograf Ruben Timman vom "Museum of Humanity" machte die Aufnahmen im vergangenen April. Zudem wurden 25 Interviews geführt.
An der Eröffnung genau fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal nahmen Landrätin Cornelia Weigand (parteilos) und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) teil. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier traf mit rund einstündiger Verspätung ein und sprach vor der Ausstellung mit Anwohnern. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung war eine stille Kranzniederlegung auf dem Friedhof Ahrweiler mit Steinmeier geplant.
"Im Mittelpunkt stehen keine prominenten Persönlichkeiten, sondern Menschen, die im Ahrtal leben - jene Menschen, die die Flut erlebt, Verluste ertragen, Verantwortung übernommen und den Wiederaufbau mit großer Kraft bewältigt haben", erklärte die Kreisverwaltung zu der Schau. "Ihnen wird mit dieser Ausstellung ein würdevoller Raum gegeben und eine Form der Erinnerung geschaffen, die nicht allein zurückschaut, sondern zugleich nach vorne weist."
Zu den Porträtierten gehören etwa Andrea, die ihr Leben neu gestaltet, Kai, der als Freiwilliger zu Hilfe kam und im Ahrtal blieb, sowie Lasse, der die Flut als Kind erlebte. Mindestens 185 Menschen waren bei der Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli 2021 ums Leben gekommen. In Rheinland-Pfalz und NRW hatten Wassermassen Gebäude und Straßen weggerissen und ganze Orte zerstört. Es war eine der folgenschwersten Naturkatastrophen im Nachkriegsdeutschland. In Rheinland-Pfalz starben mindestens 136 Menschen, 135 von ihnen im Ahrtal.




