Muss Epiphanias ausfallen?

Krippenfiguren
Muss Epiphanias ausfallen?
Die evangelische Kirchengemeinde Schwetzingen vermisst ihre Heiligen Drei Könige

Eine wunderschöne, ganz einmalige Krippe haben sie da, die Schwetzinger. Seit Jahrzehnten steht sie in der Kirche. Die Figuren sind aus Stroh handgefertigt. Eine alte Dame hatte sie der Gemeinde damals geschenkt. Ein absolutes, unersetzliches Unikat.

Und nun, oh Schreck: Die Heiligen Drei Könige sind weg! Nicht etwa alle Figuren, nein: Nur die Könige.

Seit 2. Januar sind sie einfach nicht mehr da. Mit einem Sharepic fahndet die Kirchengemeinde nun auf Facebook nach ihnen. Haben Sie sie vielleicht irgendwo gesehen?

Sharepic der ev. Kirchengemeinde Schwetzingen

Wer weiß – vielleicht sind sie ja nur ein wenig spazierengegangen? Oder sie sind auf Einkaufstour, Gold, Weihrauch und Myrrhe besorgen. Bitte achten Sie auf kleine Strohfiguren am Straßenrand (insbesondere im Umkreis von Gold-Weihrauch-und-Myrrhe-Fachgeschäften) nicht, dass sie am Ende noch überfahren werden!

Muss nun Epiphanias wirklich entfallen? An diesem Tag feiern wir die „Erscheinung des Herrn“, griechisch „Epiphanias“. Die „drei Könige“ (die in der Bibel weder mit der Zahl drei noch als Könige bezeichnet werden), an deren Ankunft an diesem Tag erinnert wird, zeigen uns eben das: Hier ist der Herr der Welt angekommen. Mancherorts kommen die Weisen auch erst an diesem Tag zu den Krippendarstellungen dazu.

Vielleicht folgen die drei ja auch dem Stern über der Krippe, der sie zuverlässig am 6. Januar wieder an ihren angestammten Platz zurückführen wird? Das wäre doch ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Gemeinde! Dafür braucht es noch nicht mal Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Aber auch, wenn sie nicht wieder auftauchen sollten: Dass Gott in die Welt gekommen ist, das können wir trotzdem feiern. Frohe Weihnachten, mit und ohne Könige! Gott ist in der Welt!

weitere Blogs

Panzer und Regenbogen
In der Ukraine kämpfen queere Aktivist:innen in der Armee, um die Freiheit ihres Landes und die Freiheit queeren Lebens zu verteidigen. Ein Gespräch über Queers im Militär mit einem ehemaligen Militärseelsorger.
Gedanken in der Fastenzeit, der Zeit der Unterbrechung, in der nichts bricht, sondern wächst.
Fragezeichen und Ausrufezeichen
Sonja Thomaier ist neues Mitglied im Team von "kreuz und queer" und stellt sich im ersten Blogbeitrag als nicht-binäre Bielefelder:in vor.