Eine Kirche für Null Euro

Fundraising
Eine Kirche für Null Euro
Die Erlöserkirche Amberg finanziert ihre Renovierung mit einem kreativen Geldmittel.

Beweisen kann ich es nicht, aber kann es sein, dass es bei Kirchen immer öfter um die eine Sache geht? Ja, den schnöden Mammon natürlich. Ohne geht in unserer Welt leider nicht viel. Und wenn man als Kirchengemeinde eine Kirche zu renovieren hat – das geht nun mal nicht ohne Geld. Vom Beten allein wird so ein Kirchengebäude nicht wieder ganz.

Doch wie die Menschen animieren, für die Renovierung zu spenden? Vielleicht könnte man mit Geldscheinen Geld verdienen? Das machten der Erzählung nach zu D-Mark-Zeiten schon die Matrosen des Segelschulschiffs Gorch Fock, die die Zehn-Mark-Scheine mit dem Abbild ihres Schiffes (die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht) für einen deutlich höheren Betrag in fremden Ländern verkauften, bis die Europäische Union sich irgendwann nicht anders zu helfen wusste, als eine neue Währung einzuführen, um diese Sache zu unterbinden. Oder so ähnlich.

Also – warum nicht? In Amberg können Sie nun auch Geld kaufen. Einen echten Geldschein mit dem Wert Null Euro. Gedruckt in der gleichen Druckerei wie die echten Geldscheine, mit einigen Sicherheitsmerkmalen und einem Abbild der zu renovierenden Kirche, aber ohne Gorch Fock.

Erwerben können Sie die Scheine, ähnlich wie damals die Zehn-Mark-Scheine, zu einem deutlich höheren Betrag als auf dem Schein abgedruckt beim örtlichen Buchhandel und natürlich im Pfarramt der Gemeinde. Hoffen wir, dass einige Nullen zusammenkommen – und vorne dran vor den Nullen eine recht große Zahl.

weitere Blogs

Ein spätes, unerwartetes Ostererlebnis der besonderen Art
Ein mysteriöser Todesfall, das Mauern der Einheimischen und eine latente Homophobie begegnen einer lesbischen Pastorin bei ihrer Ankunft in einer ostdeutschen Kleinstadt. Aus der Großstadt bringt sie zudem ihre persönlichen Konflikte mit. Beste Zutaten für den Debütroman „In Hinterräumen“ von Katharina Scholz.
Nach 15.000 Kilometern und fünf Monaten ist Leonies Reise vorbei. Was bleibt? In ihrem letzten Blogbeitrag schaut sie auf ihre Erfahrungen zurück.