Kirchenkaffee. Aber was für einer.

Kirchenkaffee. Aber was für einer.
Tasse Kaffe mit Milchschaum und Smiley
Foto: Getty Images/iStockphoto/joloei
Einen der besten Kaffees in London gibt es ausgerechnet - in einer Kirche!

Ja, wir kennen das. Nach dem Gottesdienst gibt’s irgendwo in der Ecke – wahlweise auch im 850 Meter entfernten Gemeindehaus – ein bisschen Kaffee. Schon vor einer Stunde aufgesetzt, aus der Thermoskanne, in angestoßenen Tassen. Dazu ein paar alte Kekse von letzter Woche. Hauptsache, die Leute bleiben noch zwei Minuten zusammen und man hat das Gefühl: Ja, unsere Gemeinde ist, äh, lebendig.

Legendär sind ja auch die ersten fair gehandelten Kaffees, damals noch ohne große Erfahrung irgendwie scharf geröstet, kaum genießbar, aber immerhin fair. Also schluckte man das Zeug mit Todesverachtung und viel Milch und Zucker runter, war ja für einen guten Zweck. Heute ist das zum Glück größtenteils anders.

Aber ein Kaffee, der es in den Gastronomie-Führer „London's best coffee“ geschafft hat? Das ist wirklich außergewöhnlich. Die Kirche St Mary Aldermary hat das tatsächlich erreicht. Das Café in dieser alten Kirche heißt einfach nur „Host“. Gastgeber. Betrieben wird dieses Café von „Moot“, einer jungen klösterlichen Gemeinschaft. Einer von vielen, sehr unterschiedlichen Gemeinschaften, die unter dem gemeinsamen Titel „fresh expressions“ in Großbritannien (und übrigens auch in Deutschland!) neue Wege gehen, doch dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Der Manager, David, hat sowohl Theologie studiert als auch bei führenden Baristas die Kaffeezubereitung. Hier gibt es Kaffee mit Stil. Auch Suppe. Kuchen. Alles in hervorragender Qualität in einer ruhigen, angenehmen Atmosphäre. Hier ist gut Ankommen und Bleiben. Hier kann man gestärkt an Leib und Seele wieder hinausgehen. Hier gibt es natürlich auch andere Angebote – etwa „free meditation“ jeden Mittwoch abend.

Vielleicht haben wir Evangelischen manchmal das zu sehr vergessen: Dass Glauben mehr ist als das Wort, die Predigt; so wichtig die auch ist. Es geht auch darum, dass der ganze Mensch angenommen ist. Mit Leib und Seele. Das Beste ist gerade gut genug für die Menschen, die zu uns kommen. So kann Kirche leben. Darauf eine Tasse Kaffee.

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