Gründonnerstagschristen

Gründonnerstagschristen

Ein Kollege meinte einmal zu mir: Anscheinend gibt es Menschen, die - wie andere zu Weihnachten - jedes Jahr speziell am Gründonnerstag in die Kirche gehen. Gründonnerstagschristen sozusagen.

Die älteren unter ihnen kommen, zumindest bei uns auf dem Dorf, ganz feierlich. Anzug und Krawatte. Die jüngeren kommen etwas legerer. Aber in jedem Jahr am Gründonnerstag sind Sie da: Gesichter, die man sonst nicht jeden Sonntag im Gottesdienst sieht. 

####LINKS####Irgendwie kann ich das auch gut verstehen: Dieser Abendgottesdienst ist auch etwas Besonderes. Abendmahl am Morgen im Gottesdienst zu feiern, ist ja schon von der Bezeichnung her irgendwie seltsam. Aber am Gründonnerstagabend, da spüren wir diese besondere Atmosphäre des Mahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt.
„Das ist mein Leib“, „das ist mein Blut, das für euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden“. Diese Worte werden heute wieder in vielen Kirchen gesprochen. Was sie bedeuten, darüber sind sich die Theologen nicht so wirklich einig. Dass aber Gott in irgendeiner Weise nahe ist, das spüren viele. Vielleicht kommen sie deshalb ausgerechnet an diesem Tag in die Kirche, weil sie Gottes Nähe spüren: Die Gründonnerstagschristen.

Allen, die heute auch noch diesen besonderen Worten, diesem Handeln Jesu vor seinem Tod, nachspüren wollen, wünsche ich einen gesegneten Gottesdienst und die Erfahrung: Gott kommt mir ganz nahe.

weitere Blogs

Plakat "Liebe ist halal"
Wie können Menschen queer und muslimisch sein? Geht das überhaupt? Der Sammelband "Liebe ist halal" gibt darauf konkrete, lebensgeschichtliche Antworten und kontextualisiert das Thema gesellschaftlich und religiös.
Das Geheimnis des „Wrapped Reichstag“ im Sommer 1995 und der verhüllten Kreuze in der Fastenzeit.
Graffiti an einer Hausfassade erinnert ie Ermordung von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022.
Am 21. März werde ich mit Freund:innen das persische Neujahrsfest Nouruz feiern. Doch in diesem Jahr ist die Feststimmung wegen des Iran-Krieges angespannt, schreibt evangelisch.de-Blogger Christian Höller.