Feierabendmahl

Feierabendmahl

So. Feierabend! Endlich Schluss für heute. Feierabend: Schön, wenn man etwas zu feiern hat. Freie Zeit, ausschnaufen, gemeinsam feiern, die Seele baumeln lassen.

So dachten sich auch einige Leute beim Kirchentag 1979 in Nürnberg und erfanden eine neue Gottesdienstform, die bis heute vor allem auf den Kirchentagen immer noch zu finden ist: Das Feierabendmahl. Eine offene Gottesdienstform mit vielen Kommunikationsmöglichkeiten. Und ein Abendmahl, das wirklich satt macht: Nach dem Gottesdienst zusammenbleiben. Miteinander essen und trinken. Reden, lachen, auch gemeinsam über ernste Dinge reden. So müsste das doch sein. Nicht so eine steife Form mit irgendwelchen komischen liturgischen Stücken und gesungenen Texten mit über 1000 Jahre alten Melodien. Das will doch keiner mehr hören. Und man wird auch nicht satt davon.

So entwickelten sie damals, vor immerhin 30 Jahren, ein anderes Abendmahl. Eines, das wirklich den Begriff „Feier“ verdient hatte und trotzdem noch diesen, wie soll ich sagen, mystischen Zauber des Heiligen, der Gottesnähe vermittelte. Fröhliche Feier und ernstes Gedenken an das, was Jesus durchgemacht hat. Gemeinschaft mit den anderen. Gemeinschaft mit Gott. Zusammen bleiben nach dem Gottesdienst. Sich gemeinsam satt essen und trinken. Miteinander den Feier-Abend genießen.

Wie das nun im Einzelnen geschah und geschieht, das ist eigentlich gar nicht so wichtig. Brot auf jeden Fall, dazu Saft oder Wein – je nachdem. Alle in einem Kreis oder nacheinander in kleinen Gruppen – eigentlich völlig egal. Hauptsache, wir spüren, dass Gottes Nähe etwas wunderbares ist. „Christi Leib, für dich gegeben. Christi Blut, für dich vergossen.“ Ja, ein Wunder. Gottes Nähe lädt uns zum Feiern ein. Gott lädt uns ein, seine Nähe zu spüren. Nicht nur im Feierabendmahl, auch in allen anderen Abendmahlsfeiern. Auch im „normalen“ Gottesdienst ohne Abendmahl. Auch jeden Tag, auf der Arbeit, in der Schule, im Haushalt. Und natürlich – am Feierabend.

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