Nur ein Wort

Nur ein Wort
Von Zeit zu Zeit die Welt beobachten. Durch das Handy hindurch. Die News, Tweets, Posts, Interviews, Bilder.

Menschen klammern sich an Flugzeuge und fallen vom Himmel. Safe Houses sind nicht länger safe. Visa wurden nicht rechtzeitig ausgestellt. Fluchtwege sind verstellt. Politiker*innen reden von 2015, das sich nicht wiederholen dürfe, und meinen damit wohl nicht den Krieg, sondern die Überlebenden, die in München und Berlin und überall ankamen.
Die Welt beobachten und es nicht aushalten, wie sie ist. Und dann in die Bibel schauen.

Im Text für diese Woche (Markus 7,31-37) geht es um einen gehörlosen Mann, der von Jesus geheilt wird. Jesus tut allerlei eher unappetitliche erstaunliche Dinge: auf den Boden spucken, dem anderen in die Ohren und den Mund fassen.
Vor allem aber sagt er ein Wort wie einen Zauberspruch: Hefata. Ein aramäisches Wort. Aramäisch war Jesu Muttersprache. Wahrscheinlich hat er fast immer Aramäisch gesprochen. Trotzdem gibt es in den Geschichten über ihn nur 4 aramäische Sätze.
Hefata heißt: Tu dich auf. Öffne dich.
Danach ist der Mann geheilt.

Diese Woche also murmele ich dieses eine Wort. Ich schreibe es auf meinen Arm, an den Spiegel, auf die Straße.
Hefata - tu dich auf, Europa.  Hefata. Öffnet euch, ihr Gedanken und Mühen - auf dass wir doch noch gemeinsam eine Welt bauen, in der Menschen frei und sicher sind. Einander hüten. Einander heilen.

Und tu auch du dich auf, mein hoffnungsloses im Kreis rennendes kleines Herz. Auch du öffne dich, die du manchmal nicht mehr glaubst, dass etwas wieder gut werden kann.

Hefata. Hefata. Hefata. Damit die Kraft Gottes in uns hinein fließt.

 

Wochenaufgabe:

Hefata.

Öffne dich. Wo und wie du es eben kannst.

Vertraue, dass Jesus dir dabei hilft.

 

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