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Glaube und Theologie
Sehr geehrter Herr Muchlinsky,
Im Schreiben "Für uns gestorben. Die Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi", einem Grundlagentext des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland, heißt es auf Seite 114:
"In der jüngeren evangelischen Theologie hat sich zunehmend die Vorstellung durchgesetzt, dass Gott durch Gericht und Verwandlung hindurch am Ende keinen Menschen vom Heil ausschließen werde."
Es wird also postuliert, es gäbe keine Bedingung für die Erlangung des ewigen Lebens. Meine Frage ist nun, ob dies die offizielle Meinung der evangelischen Kirche in Deutschland ist. Meiner Meinung nach steht diese Postulation nämlich nicht nur im Widerspruch zum Augsburger Bekenntnis, das den Glauben als heilsnotwendig bezeichnet, sondern auch zu mehreren Bibelstellen. Zwei davon seien hier genannt:
"Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, dass sie hineinkommen, und werden's nicht können." (Lukas 13, 24)
"Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden." (Markus 16, 16).
Ich persönlich kann nicht erkennen, wie diese Bibelstellen mit der Allversöhnungslehre vereinbar sind. Daher würde ich mich freuen, wenn sie mich was dies betrifft erleuchten könnten und mir sagen, was die offizielle Meinung der EKD zu der Frage ist, wer errettet wird.
Mit freundlichen Grüßen!
Nikola Vuletic