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Bildung
Liebe Frau Scholl,
ich bin gerade dabei die Bibel aus Interesse durchzulesen, wobei mir bei Gen 2 folgendes ziemlich paradox vorkam für den christlichen Glauben: der Baum, der die Menschheit aus dem Paradies vertreibt, ist logischerweise der Baum der Erkenntnis oder wie dort beschrieben, der des Wissens. Würde dies dann aber nicht bedeuten, dass man durch das Essen von dessen Früchte sozusagen zum logischen, eigenständigen Verstand gelangt, welcher versucht die Welt in ihren Grundzügen zu verstehen (siehe Naturwissenschaften) ? Der genaue Wortlaut war nämlich „ein Baum [...] dessen Früchte ein Wissen geben, das von Gott unabhängig macht“(Gen 2, 8-9) Könnte dies nicht bedeuten, dass der menschliche Glaube an Gott NICHT mit der naturwissenschaftlichen Ansicht vereinbar ist und somit ein rational denkender Mensch seine Gedanken nicht mit einer Existenz Gottes vereinbaren könne? Für mich lässt sich das nämlich derzeit so interpretieren, als könne man nur eine innige Verbindung zu Gott haben ODER auf Wissen und/oder die Logik und den eigenen Verstand zurückgreifen.
Zudem verwundert mich, warum das klügste Tier das bösartige sein soll, welches zu eben diesem Wissen verleitet. Das klingt für mich so, als würde Gott gegen eigenständiges Gedankengut sein, was mich ziemlich verwirrt.
Hab ich das alles vielleicht falsch interpretiert oder muss man diesen Teil einfach ignorieren, obwohl er ja die Grundlage bilden sollte?
Ich meine das jetzt auch nicht kritisch - wie bereits gesagt, ich finde es nur ein wenig paradox formuliert und verwirrend im Bezug zum Glauben und würde dementsprechend gern ein wenig Klarheit diesbezüglich haben.
Liebe Grüße,
Charlotte