Bibel

Alles, was die evangelischen Kirchen tun, muss sich an der Bibel messen lassen. Sie ist die große Offenbarungsquelle des christlichen Glaubens. Hier wird von Gottes großem Heilswerk erzählt. Darum soll jeder Mensch die Chance haben, in der Bibel zu lesen. Hier stellen wir verschiedene Übersetzungen vor, Pläne und Tipps zum Lesen und erklären die Bedeutung der Bibel für die evangelische Kirche genauer.
Sehr geehrter Herr Muchlinsky,


Ich denke sowohl Atheisten als auch Christen sind sich einig, dass sich in der Bibel vorbildliche moralische Vorgaben finden lassen (bspw. die Bergpredigt oder die goldene Regel).
Es ist aber ebenfalls unbestritten, dass es äußerst grausame Stellen gibt (bspw. 5. Mose, 21, 18-21).
Nähme man alles wörtlich käme man nicht nur zu mit unserer Gesellschaft unverträglichen Moralvorstellungen sondern auch zu zahlreichen Widersprüchen.
Wie ich in einem Ihrer Posts gelesen habe, sind Sie der Meinung, man müsse den Bibelstellen Relevanz geben, die man nach heutigem Wissensstand für richtig hält (" Nun muss man sich tatsächlich fragen: Welcher Stelle gebe ich den Vorzug vor einer anderen. [...]So wird entschieden, welche Stellen der Bibel uns direkt vorschreiben können, wie wir uns verhalten sollten. Wir nehmen die Bibel nicht in die Hand und legen los und machen nach, was darin steht.").


Dem stimme ich völlig zu. Meine Frage ist nun:
Warum besitzt die Bibel moralisch betrachtet mehr Relevanz als Shakespeare oder Dickens?
In beidem finde ich moralisch wertvolle Zitate, in beidem aber auch grausame. Warum also soll die Bibel (oder Literatur allgemein) für Moral herhalten, wenn wir unsere Moral nicht direkt aus ihr beziehen, sondern aus schon vor dem Lesen vorhandenen Wertvorstellungen?

 

Mit freundlichen Grüßen
J. Kullen