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Bibel
Hallo Herr Muchlinsky!
Darf ich Ihnen eine Frage zur Neuen-Welt-Übersetzung der Zeugen Jehovas stellen? Ich beziehe mich dabei auf einen Artikel, den der Theologe Dr. Dietrich Hellmund in "Brücke zum Menschen Nr. 181" schrieb. Ich zitiere:
"Empfehlenswert ist, wenn man – wie in der NWÜ geschehen – das Gebot 2. Mose 20,13 übersetzt: „Du sollst nicht morden“ (statt „nicht töten“). Das ist genauer als der uns vertraute Luthertext. Dies Ermessen des Übersetzers ist jedoch deutlich überschritten, wenn 1. Joh 5,8 in der NWÜ wegen der Ablehnung der Dreieinigkeitslehre lautet: „Diese drei sind in Übereinstimmung“. Das Wort kommt im Urtext gar nicht vor. Im Deutschen wäre es ein bekanntes Fremdwort „Harmonie“. Was aber wirklich dasteht, war dem Übersetzerteam sehr lästig. Sprachlich ist es ohne Schwierigkeit, obwohl es aus Zahlwörtern besteht: „Die Drei sind zum einen“ (hoi treis eis to hen eisin). Oder: Die 3 sind 1."
Warum verweist Dr. Hellmund an dieser Stelle auf die Dreieinigkeitslehre? In diesem Vers geht es doch nicht um Vater, Sohn und Heiligen Geist, sondern um Geist, Wasser und Blut. Das Comma Johanneum beginnt ja erst danach (gilt aber ohnehin als späterer Einschub). Oder verstehe ich da etwas falsch?
Dazu kommt, dass dieser Vers fast nirgendwo so wiedergegeben wird, wie Dr. Hellmund es hier vorschlägt. Luther 1984, Herder 2005, Schlachter 2000, Menge 1939, Zürcher 2007 - in all diesen Übersetzungen wird der Vers genauso, oder im gleichen Sinne wiedergegeben wie in der NWÜ. Kann man da wirklich sagen, dass "das Ermessen eines Übersetzers deutlich überschritten ist"?
MfG, Timo