Die bundesweit erste Islamisch-Theologische Fakultät entsteht in Münster. Die Universität in der westfälischen Stadt gründe damit sogar als erste Hochschule in Europa eine solche Fakultät, erklärte Universitätsdirektor Johannes Wessels am Mittwoch in Münster. Sie soll zum Wintersemester 2026/27 den Betrieb aufnehmen. Gründungsdekan ist Mouhanad Khorchide, der bereits Direktor des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) an der Universität ist. Der neue Fachbereich geht aus dem Zentrum hervor.
Khorchide sagte, die neue Fakultät solle ein "Leuchtturm für einen aufgeklärten, weltoffenen Islam" sein. Dieser Schritt sei "für viele Muslime in Deutschland ein eindrucksvolles Signal der Anerkennung".
Der Beschluss zur Gründung der Fakultät wird laut Universitätsdirektor Wessels im Juli gefasst, die offizielle Gründung ist im Oktober. Weiter hieß es, die neue Einrichtung dürfe ihr Forschungsprofil und das Lehrangebot weiterentwickeln, Prüfungsordnungen formulieren sowie Promotions- und Habilitationsverfahren verantworten. An der Islamisch-Theologischen Fakultät sollen acht Professorinnen und Professoren islamische Theologie und Religionspädagogik lehren. Standort soll der Campus der Theologien und Religionswissenschaften der Universität sein. Dort werden auch die evangelische und die katholische Theologie angesiedelt.
An der Gründung der Fakultät waren nach Angaben der Universität unter anderem das nordrhein-westfälische Kulturministerium, der Senat der Universität sowie der "Konfessionelle Beirat für islamische Theologie" eingebunden. In dem Beirat sind der Zentralrat der Muslime, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) und der Islamrat für die Bundesrepublik vertreten.




