Rörig fordert unabhängige Aufarbeitung von Missbrauchsfällen

Rörig fordert unabhängige Aufarbeitung von Missbrauchsfällen
Vor dem Hintergrund der UN-Empfehlungen zur Verfolgung sexuellen Kindesmissbrauchs hat der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, seine Forderung nach einer unabhängigen Aufarbeitung bekräftigt.

"Eine systematische und unabhängige Aufarbeitung darf nicht allein in der Verantwortung der Betroffenen, der Institutionen oder der Medien liegen", sagte Rörig am Donnerstag in Berlin.

Obwohl einzelne religiöse und weltliche Institutionen bereits verantwortlich mit ihrer Vergangenheit umgingen, fehle es bis heute in Deutschland an einer umfassenden Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, betonte Rörig. Er forderte Bundesregierung und Bundestag auf, die unabhängige Aufarbeitung gesetzlich zu verankern und für die dauerhafte Einrichtung des Amtes des unabhängigen Missbrauchsbeauftragten zu sorgen.

Rörig ist bis März weiter geschäftsführend im Amt. Die Stelle des Missbrauchsbeauftragten lief zum Ende der Legislaturperiode eigentlich aus. Derzeit wird über die künftige Ausgestaltung des Amtes verhandelt. Rörig hatte eine Aufwertung des Amtes gefordert.

Der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen hatte am Mittwoch eine Stellungnahme zur UN-Kinderrechtskonvention vorgelegt und darin mehr Anstrengungen zur Durchsetzung von Kinderrechten auch in Deutschland angemahnt. Für Aufsehen sorgte die überraschend scharfe Kritik am Vatikan im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Die UN fordern die katholische Kirche auf, "endlich" zur Verfolgung sexuellen Missbrauchs beizutragen, indem Namen und Informationen über mutmaßliche Täter offen gelegt und strafrechtliche Verfolgung zugelassen werden.
 

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