Vatikan reagiert zurückhaltend auf Erklärung der Piusbrüder

Vatikan reagiert zurückhaltend auf Erklärung der Piusbrüder
Der Vatikan hat zurückhaltend auf die jüngste Erklärung der Priesterbruderschaft St. Pius X. über den Aussöhnungsprozess mit der katholischen Kirche reagiert.

Der Heilige Stuhl habe das wenige Tage nach dem Ende des Generalkapitels der Piusbrüder veröffentlichte Papier zur Kenntnis genommen, erklärte der Vatikan am Donnerstag. Er warte jedoch weiterhin auf das vom Wochenende angekündigte Schreiben an den Vatikan über das Angebot der Glaubenskongregation.

Dieses Angebot billigt der Bruderschaft den Sonderstatus einer Personalprälatur zu, der bislang der konservativen Gemeinschaft Opus Dei vorbehalten ist. Die Erklärung der Bruderschaft bezeichnete der Vatikan indes als "internes Dokument" der Traditionalisten, das diesen als Diskussionsgrundlage diene.

"Wir haben die notwendigen Bedingungen für eine eventuelle kanonische Normalisierung definiert", hieß es vier Tage nach dem Ende des Generalkapitels in der mit Spannung erwarteten Erklärung der Piusbrüder. Vor einer Einigung mit dem Vatikan müsse jedoch ein "außerordentliches, beschließendes Kapitel" einberufen werden.

Piusbrüder betonen ihren Anspruch auf den wahren Glauben

Die Bruderschaft betont erneut den Anspruch, allein den wahren katholischen Glauben zu vertreten. Dabei erkennen die Traditionalisten demnach außerhalb der eigenen Gemeinschaft allein den Papst als Lehrautorität an. Im Vatikan ist jedoch die in der Glaubenskongregation verankerte Kommission "Ecclesia Dei" für den Dialog mit der Bruderschaft zuständig. Die Glaubenskongregation wird seit wenigen Wochen von dem bisherigen Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller geführt. Dieser steht den Traditionalisten äußerst kritisch gegenüber.

Bei seiner Ernennung zum Präfekten der Glaubenskongregation beschuldigte ihn die Piusbruderschaft, von der offiziellen katholischen Lehre abweichende Auffassungen zu vertreten. Müller machte nach seiner Berufung nach Rom seinerseits deutlich, dass eine Anerkennung der Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils Bedingung für eine Wiedereingliederung der schismatischen Bruderschaft in die katholische Kirche ist.

Bei dem am Wochenende zu Ende gegangenen Generalkapitel seien die jüngsten internen Schwierigkeiten überwunden worden, heißt es überdies in der auf der deutschen Internetseite der Piusbrüder veröffentlichten "Grundsatzerklärung". Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) habe "mit Irrtümern behaftete Neuerungen" eingeführt. Die Bruderschaft war in den 1960er Jahren aus Protest gegen das Konzil entstanden.

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