Hasskampagne von Influencern gegen Bildungsstätte Anne Frank

Finger auf Tastatur mit Hasswörtern in Sprechblasen
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Die Hassreaktionen der Influencer:innen und ihrer Anhänger:innen auf das Erklärvideo über den Begriff "Goyslope" bestätigten dessen Kritik.
Antisemitisches Wort "Goyslop"
Hasskampagne von Influencern gegen Bildungsstätte Anne Frank
Die Bildungsstätte Anne Frank klärt über Antisemitismus und Extremismus auf Social Media auf. Nun erlebt sie eine Hasskampagne von Fitness- und Ernährungs-Influencern.

Reichweitenstarke Influencer hätten auf ein Erklärvideo auf TikTok zum antisemitischen Begriff "Goyslop" reagiert, teilte die Bildungsstätte am Donnerstag mit. Nach diesen Reaktionen von Fabian Kowallik, "Coach Aaron" und "Maxx Natur" sowie anderen Influencern habe sich eine "Flut sexistischer und antisemitischer Beschimpfungen" gegen die Bildungsstätte ergossen.

Das Video der Bildungsstätte klärt darüber auf, dass der von Influencern benutzte Begriff "Goyslop" die alte antisemitische Brunnenvergifter-Erzählung neu formuliert. Ernährungs- und Fitness-Influencer behaupteten, dass jüdische Akteure absichtlich minderwertige Nahrung herstellten, um nichtjüdische Menschen krank, schwach und gefügig zu halten.

"Goy" bedeute jiddisch Nichtjude, "slop" englisch Fraß. Der Begriff sei aus der rechtsextremen Szene im Netz in die Ernährungs- und Fitness-Szene eingedrungen, wo er für industriell gefertigte Nahrungsmittel verwendet werde. Die Hassreaktionen der Influencer und ihrer Anhänger auf das Erklärvideo bestätigten dessen Kritik.

Filter der Plattformen unzureichend

"Die massenhafte Aggression soll einschüchtern und den Preis für Widerspruch erhöhen", sagte die Direktorin der Bildungsstätte, Deborah Schnabel. Der Fall zeige auch, dass die automatisierten Sicherheitsfilter der Plattformen wie TikTok nicht in der Lage seien, Antisemitismus in Memes und Bildern herauszufiltern.

Die Bildungsstätte kritisierte, dass etwa Instagram nach Meldung die feindseligen Kommentare zunächst gelöscht, dann aber wieder hergestellt habe. Influencer streuten antisemitische Motive oft beiläufig ein, etwa mit Andeutungen über "israelische Laborschokolade" oder angebliche "Eliten". Das Fischen von Anhängern durch Verschwörungserzählungen steigere die Reichweite und den Ertrag von Influencern, stärke aber gleichzeitig Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit.