Evangelische Publizistik ist laut der Theologin Susanne Breit-Keßler keinen kirchlichen Wünschen und Verlautbarungen verpflichtet. "Es geht nicht um Öffentlichkeitsarbeit für eine Institution, sondern um Information, Kommunikation und eine christliche Perspektive, die dem Leben in seiner Vielfalt und der Wahrheit dienen", schreibt sie in einem Gastbeitrag auf "sonntagsblatt.de" für die bundesweite Aktion "Demokratie braucht viele Stimmen".
Nicht die Institution Kirche, sondern das Evangelium bestimme das Mandat Evangelischer Publizistik, schreibt die frühere Münchner Regionalbischöfin, ausgebildete Redakteurin und einstige Landeskirchen-Medienbeauftragte. "Als Autonomie in Verbundenheit könnte man diese Position beschreiben." Evangelischer Publizistik sei daran gelegen, den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat zu stützen und damit der Menschenwürde zu dienen.
Vertreter und Vertreterinnen Evangelischer Publizistik seien gebildete Zeitgenossinnen und -genossen, die sich auskennen in der Gegenwart, ohne in ihr auf- oder gar unterzugehen. "Sie erkennen politische und gesellschaftliche Realitäten, ohne sie als unumstößlich anzunehmen. Hass und Hetze sind ihr fremd - sie identifiziert sie aber und nennt sie deutlich beim Namen", betont Breit-Keßler.



