AfD und Linke sind die Wahl-Gewinner

Anhänder der Partei Die Linke rund um Spitzenkandidatin Elif Eralp jubeln nach der ersten Prognose zum Berliner Abgeordetenhaus
Sebastian Gollnow/dpa
Jubel bei der Partei Die Linke in Berlin mit Spitzenkandidatin Elif Eralp (2.v.r.) nach der ersten Prognose.
Wahlen in MV und Berlin
AfD und Linke sind die Wahl-Gewinner
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wird die Linke deutlich stärkste Kraft. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD klar vor der SPD. Kirchenvertreter warnen vor dem weiteren Erstarken des völkischen Nationalismus.
20.09.2026
evangelisch.de

Auch bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat die AfD starke Gewinne verbucht. In Mecklenburg-Vorpommern konnte sie ihr Ergebnis laut erster Hochrechnung auf 37,1 Prozent mehr als verdoppeln und wird stärkste Kraft. In Berlin erhielt sie 15,7 Prozent und liegt nun auf dem dritten Platz. Ganz vorne landete dort die Linke mit 24,8 Prozent - ebenfalls eine Verdoppelung ihres Ergebnisses. Die CDU fällt in der Hauptstadt um acht Punkte auf 20 Prozent zurück. In Mecklenburg-Vorpommern erreichen die Christdemokraten noch 5,4 Prozent und liegen knapp hinter den Grünen mit 5,5 Prozent. Die SPD, die mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zuletzt noch eine Aufholjagd hingelegt hatte, landet bei 35,6 Prozent und damit klar hinter der AfD. Das BSW liegt in beiden Wahlen bei 5 Prozent - der Einzug in Abgeordnetenhaus beziehungsweise Landtag ist noch nicht sicher.     

Die Landesbischöfin der evangelischen Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, hatte am Wahltag davor gewarnt, sich an menschenverachtende Sprache und Taten zu gewöhnen. Denn dann könnten sich auch Diktaturen und Tyrannen in die Köpfe und Herzen der Menschen schleichen, sagte sie in ihrer Predigt im Schweriner Dom. Völkischer Nationalismus sei absolut unvereinbar mit dem christlichen Menschenbild.

Auch der katholische Bischof von Erfurt, Ulrich Neymeyr, hat vor einem völkisch-nationalistischen Verständnis von Identität gewarnt. Eine solche Vorstellung führe zur Abgrenzung und könne Geringschätzung und Hass gegenüber anderen Völkern begünstigen, sagte Neymeyr vor mehr als 1.500 Gläubigen. Christliche Identität dürfe dagegen nicht zur Ausgrenzung oder Abwertung anderer dienen.