"Kein Kaninchen vor AfD-Schlange sein"

Dorothee Wüst
Jens Schulze/Jens Schulze
Dorothee Wüst, leitende Theologin der Evangelischen Kirche der Pfalz, traf sich am Dienstag in Saarbrücken mit der Landesregierung.
Kirchenpräsidentin Wüst zu AfD
"Kein Kaninchen vor AfD-Schlange sein"
Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst warnt vor einem Fokus auf die AfD und ihre Wahlerfolge. Vielmehr müsse es um die Menschen gehen, die sich sorgten, enttäuscht oder unsicher seien.

Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst hat den bisherigen Wahlerfolg der AfD als Warnsignal bezeichnet. "Viele Positionen der AfD stehen im Widerspruch zu dem, wofür wir aus christlicher Überzeugung eintreten - Menschenwürde, Nächstenliebe, Vielfalt und Solidarität", erklärte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche der Pfalz am Dienstag in Saarbrücken bei einem Treffen von Landeskirchen und Landesregierung.

"Aber wir dürfen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auf die AfD starren und darüber aus dem Blick verlieren, um wen es eigentlich gehen muss." Im Fokus müssten die Menschen mit ihren Sorgen, Unsicherheiten, ihrer Enttäuschung und den Erwartungen an eine gute Zukunft stehen.

"Die gemeinsame Aufgabe von Politik, Kirchen, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft ist es, Vertrauen zurückzugewinnen und erfahrbar zu machen, dass Demokratie handlungsfähig ist und Zukunft gestaltet werden kann", erläuterte Wüst. Der rheinische Präses Thorsten Latzel ergänzte: "Gerade in politisch bewegten Zeiten ist es wichtig, dass Politik und Kirche vertrauensvoll und gut zusammenarbeiten."

Rehlinger: Zweifeln mit Zuversicht begegnen

Ähnlich äußerte sich auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD). Staatliche und kirchliche Akteure müssten Verantwortung übernehmen und Haltung zeigen. "Auf unterschiedliche Weise können wir in unsicheren Zeiten Orientierung geben, Zweifeln mit Zuversicht begegnen und gemeinsame Werte der Menschlichkeit und Solidarität verteidigen", betonte sie. Als Verbündete im Sinne des freien, demokratischen Miteinanders sei es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben, um den Zusammenhalt und Demokratie zu stärken.