Knapp ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland hat einer Studie zufolge bereits sogenanntes Cybergrooming erlebt. 19 Prozent der Befragten berichteten, Erfahrungen mit solchem gezielten Anbahnen sexueller Kontakte im Internet gemacht zu haben, wie die von der Landesanstalt für Medien NRW veröffentlichte Cybergrooming-Studie ergibt.
Zwar liege der Wert niedriger als im Vorjahr mit 24 Prozent. Dennoch bleibe diese grenzüberschreitende Erfahrung für viele junge Menschen Realität, erklärt die Aufsichtsbehörde. Die Betroffenen Kinder und Jugendlichen erlebten laut Umfrage am häufigsten Anfragen nach Verabredungen über das Internet (elf Prozent) und die Aufforderung, Bilder zu senden (zehn Prozent). Acht Prozent berichteten von Versprechungen, die mit der Forderung nach dem Versenden von Bildern oder Videos verknüpft waren.
Je sechs Prozent gaben an, mit Verabredungen zu einem Fotoshooting konfrontiert worden zu sein oder Nacktbilder geschickt bekommen zu haben. Vier Prozent berichteten von Drohungen. Im Vergleich zu den Vorjahren seien diese Werte ebenfalls leicht gesunken.
Bewusstsein für Cybergrooming steigt
Der Direktor der Medienanstalt NRW, Tobias Schmid, betont, die Aufmerksamkeit für Cybergrooming steige. "Kinder wissen immer besser, wie sie reagieren können." Doch Aufklärung bleibe eine Daueraufgabe.
Mittlerweile kennen laut Umfrage 43 Prozent der Befragten den Begriff Cybergrooming. Kinder und Jugendlichte würden sich zudem in der Familie darüber austauschen.
So hätten 51 Prozent bereits mit den Eltern über das Thema gesprochen. Bei problematischen Kontakten hätten 70 Prozent das Gespräch beendet oder die Person blockiert. Die Befragten sprachen sich gleichzeitig dafür aus, das Thema stärker in der Schule (66 Prozent) oder mit Eltern (34 Prozent) zu besprechen.
Die Medienanstalt verweist zudem auf ihre Meldefunktion, mit der Betroffene verdächtige Kontakte prüfen lassen können. Für die Studie wurden den Angaben zufolge 2.095 in Deutschland lebende Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren befragt. Die Stichprobe sei repräsentativ. Die Befragung fand vom 9. Juni bis 6. Juli statt.



