Lutherdenkmal: Künstler erheben Vorwürfe

Der obere Teil des Lutherdenkmales in Berlin
epd-bild/Rolf Zöllner
Das Lutherdenkmal in Berlin.
Juristische Schritte?
Lutherdenkmal: Künstler erheben Vorwürfe
Bei einem weiteren Wettbewerb ist ein neuer Entwurf für das Berliner Luther-Denkmal ausgewählt worden. Die Gewinner der ersten Ausschreibung verstehen den Vorgang nicht und erheben Vorwürfe gegen die Senatsbauverwaltung.

Nach einer neuen Entscheidung zur Neugestaltung des Luther-Denkmal in Berlin prüfen das vor zehn Jahren zunächst ausgewählte Architekturbüro und der Künstler juristische Schritte. Das Vorgehen der Senatsbauverwaltung sei nicht nachvollziehbar, die Begründungen "halten wir für vorgeschoben", erklärte der beteiligte Künstler Albert Weis am Mittwoch in Berlin auf Anfrage. In der vergangenen Woche hatte die Senatsbauverwaltung über die Auswahl eines neuen Entwurfs für die Gestaltung des Denkmals in der Nähe des Roten Rathauses informiert. Dabei handelte es sich nicht um den 2016 ausgewählten Vorschlag, sondern um eine andere Idee.

Weis und das Büro Zeller und Moye hatten bereits in der vergangenen Woche den Vorgang in einer Erklärung als "kulturpolitischen Skandal" bezeichnet. 2016 habe eine Jury ihren Entwurf einstimmig zur Realisierung empfohlen. Sie forderten, "den rechtskräftig prämierten Siegerentwurf" umzusetzen.

Als Begründung für einen erneuten Wettbewerb habe die Senatsbauverwaltung vergaberechtliche und technische Gründe aufgeführt, teilte das Architekturbüro mit. Es wies diese Argumente als "vorgeschoben" zurück.

Das Denkmal des Reformators Martin Luther (1483-1546) an der Marienkirche entstand ursprünglich 1895 als repräsentatives Denkmal nach einem Entwurf von Paul Otto. Neben der zentralen Lutherfigur, die 1989 wieder nahe der Marienkirche aufgestellt wurde, waren weitere Reformatoren auf einem erhöhten Sockel zu sehen. Die Platzanlage und die meisten Begleitfiguren gingen im Zweiten Weltkrieg verloren.