KI zeigt politische Zukunftsvisionen in Sachsen-Anhalt

screenshot der Webseite mit verschiedenen Stadtansichten
landtagswahl.ai
Ein Screenshot der Webseite landtagswahl.ai mit verschiedenen Stadtansichten.
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KI zeigt politische Zukunftsvisionen in Sachsen-Anhalt
Ein Projekt stellt die Wahlprogramme von sieben Parteien bei der Wahl in Sachsen-Anhalt als Bilder dar, die eine KI generiert hat. Komplexe politische Sachverhalte sollen so einfacher ersichtlich sein.

Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt eine Ausstellung die Wahlprogramme der sieben größten Parteien als Bilder. Mittels Künstlicher Intelligenz (KI) seien die politischen Zukunftsvorstellungen sichtbar gemacht worden, sagt Johannes Freyer vom Tübinger Institut für Demokratie und Künstliche Intelligenz in der Volkshochschule in Magdeburg. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt.

Die Ausstellung "Hallo KI - wen wähle ich in Sachsen-Anhalt?" stelle keine Wahlempfehlung dar, erklärt Freyer. Sie solle hingegen den Dialog und die Diskussion sowie zu Fragen nach der Verwendung von KI und ihrer Gefahr für die Demokratie anregen. Als Datengrundlage habe die Künstliche Intelligenz einzig die Wahlprogramme der Parteien erhalten.

Die bis 4. September ausgestellten Bilder beinhalten jeweils mehrere Themen aus dem Wahlprogramm. Während bei der FDP etwa die Digitalisierung im Fokus steht, ist es bei der CDU Landwirtschaft und Industrie. Das Bild des BSW zeigt unter anderem eine Bürgerwerkstatt im Vordergrund, während es bei der Linkspartei unter anderem um inklusives Leben geht. Bei den Grünen zeigt sich eine klimaangepasste Stadt, das Bild der SPD verweist unter anderem auf das Thema gesundes Leben. Bei der AfD steht eine schärfere Sicherheitspolitik im Vordergrund.

Bilder ähneln Wimmelbildern

Hinter der Entwicklung der Bilder habe die Frage gestanden, wie KI genutzt werden könne, um komplexe Sachverhalte den Bürgerinnen und Bürgern näherzubringen, erklärt Freyer. Die meisten Menschen würden vor der Wahl kaum ein langes Wahlprogramm lesen, müssten sich aber trotzdem informieren. Die Bilder könnten einen einfachen Zugang zu den politischen Inhalten bieten, um schnell zu sehen, welche Elemente bei welcher Partei im Vordergrund stünden.

Das Projekt wurde vom Institut für Demokratie und Künstliche Intelligenz in Tübingen umgesetzt. Es habe auch schon für die Wahl in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in diesem Jahr Bilder aus den Wahlprogrammen entwickelt. Partner des Projekts sind der Landesverband der Volkshochschulen in Sachsen-Anhalt sowie die Landeszentrale für politische Bildung und die Evangelische Erwachsenenbildung. Die Bilder werden seit einer Woche parallel an knapp 55 Orten in Sachsen-Anhalt ausgestellt.

Die generierten Bilder seien eine Art Wimmelbild, auf denen jedes Mal etwas neues entdeckt werden könne, erklärte die Leiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalts, Annette Berger. Außerdem regten sie nicht nur zur Diskussion über die Zukunftsvision der Parteien an, sondern auch zu einem Nachdenken über die eigene Vorstellung der Zukunft.

Der Prompt, also die Anleitung für die KI, die die Bilder erstellt, sei in mehreren Schritten entwickelt worden sein, erklärte Markus Goller vom Institut. Die Anfangsvorgabe sei die Entwicklung eines Bildes mit Stadt und Land gewesen. Vor die Wahlprogramme seien mehrere Filter gestellt worden, um grundsätzliche Weltsichten der Parteien herauszunehmen und nur noch Landesvorhaben zu behalten. Pro Wahlprogramm seien so zwischen 400 und 900 Vorhaben übrig geblieben, aus denen die KI ausgewählt habe.