Nordkirche: Bischof Jeremias warnt vor der AfD

Porträt Tilman Jeremias
epd-bild/Heike Lyding
Evangelischer Bischof Tilman Jeremias: "Wenn jemand nur noch seinen Nazisprech durchziehen will, breche ich ein Gespräch aber auch ab." (Archivbild)
Debatten in Gemeinden
Nordkirche: Bischof Jeremias warnt vor der AfD
Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommen findet der evangelische Bischof Tilman Jeremias deutliche Worte. Er warnt vor den Folgen einer AfD-Regierung.

Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommen warnt der evangelische Bischof Tilman Jeremias vor der AfD. Wenn diese Partei in MV an die Regierung komme, könnte "unsere Demokratie in Gefahr geraten", sagte der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche im Interview mit dem Portal evangelische-zeitung.de. Demokratie heiße nicht nur, dass man wählen gehen könne. Es gehe auch um Freiheitsrechte und gleiche Würde für alle.

"Völkischer Nationalismus und christlicher Glaube sind nicht miteinander vereinbar", sagte Jeremias. Gott habe alle Menschen mit gleicher Würde geschaffen, alle seien gleich viel wert. Daneben würde die AfD die kulturelle Vielfalt des Landes auf ein Minimum reduzieren, das gleiche gelte im sozialen Bereich. Jeremias: "Vieles, was wir jetzt über die Diakonie tun, in der Pflege, in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, in der Beratungsarbeit, würde massiv finanziell eingeschränkt."

Deshalb gebe es von der Nordkirche eine Plakataktion zur Landtagswahl, etwa Banner mit den Sprüchen "Unser Kreuz ist bunt", zudem laufe eine gemeinsame Aktion mit der Diakonie MV. Das sorge in den Gemeinden auch für Diskussionen, nicht alle machen mit. "Wir versuchen, mit jedem Menschen im Gespräch zu bleiben und gleichzeitig eine klare Haltung zu zeigen," sagte der Bischof.

Er selbst sei auch im Gespräch mit Menschen, die der AfD angehören. Dies habe jedoch Grenzen: "Wenn jemand nur noch seinen, ich sag mal, Nazisprech durchziehen will, breche ich ein Gespräch aber auch ab." Eine Grenze zieht Jeremias auch, wenn es an die Würde von Menschen geht. Die Kirche sei etwa für geflüchtete Menschen sehr aktiv. "Zu sagen, wir müssen sie jetzt alle loswerden, würde unser Selbstverständnis konterkarieren!", sagte er und ergänzte: "Gerade die, die in Not sind, die aus Kriegsgebieten zu uns flüchten, müssen hier menschenwürdig behandelt werden."