Jugendliche sehen Social Media als Zeitverschwendung

Eine Jugendliche liegt weinend auf einer Couch mit Handy in der Hand
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Jugendliche nehmen die Schattenseiten von Social Media durchaus wahr, wie aus einer Studie hervorgeht.
Offline-Leben macht sie glücklicher
Jugendliche sehen Social Media als Zeitverschwendung
Jugendliche verbringen mit Social-Media-Apps oft viele Stunden am Tag. Die Schattenseiten nehmen sie durchaus wahr, wie aus einer Studie hervorgeht.

Die Nutzung von Social-Media-Plattformen ist für Jugendliche in Deutschland einer aktuellen Untersuchung zufolge zur wichtigsten Freizeitbeschäftigung geworden. Bei anderen Aktivitäten wie Treffen mit Freunden oder Mannschaftssport fühlen sie sich jedoch deutlich wohler, wie aus der am Mittwoch in Mainz vorgestellten JIMplus-Studie 2026 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest hervorgeht. Knapp die Hälfte der Befragten gab sogar an, sie würde diejenigen "Generationen beneiden, die ohne Social Media aufgewachsen sind".

Das mache deutlich, dass Mädchen und Jungen die problematischen Seiten der Social-Media-Nutzung sehr wohl bewusst seien, erklärten die Forscherinnen und Forscher. Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landesmedienanstalten Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie des Südwestrundfunks (SWR), 800 Jugendliche wurden befragt. Mit einer kleinen Auswahl davon führten die Autorinnen und Autoren der Studie zudem intensive Einzelgespräche.

So gaben 76 Prozent der 14- bis 17-Jährigen an, sie seien regelmäßig auf "Social Media unterwegs". Aber nur 19 Prozent erwähnten Social Media unter ihren abgefragten "Top-3-Wohlfühlaktivitäten". Weit vorne lagen dagegen die gemeinsame Zeit mit Freunden oder Familie und Sport, aber beispielsweise auch die Teilnahme an Jugendgruppen. Über zwei Drittel sahen einen Vorzug von Social Media darin, dass die Nutzung sie von Problemen ablenke und helfe, Stress abzubauen. Drei Viertel äußerten sich überzeugt, sie hätten den Algorithmen gut "beigebracht", was sie sehen wollten.

Eine große Mehrheit räumte zugleich Probleme damit ein, das Smartphone wieder wegzulegen und sich anderen wichtigen Dingen zuzuwenden. 55 Prozent der Jugendlichen bejahten die Aussage, sie würden Zeit auf den Plattformen verschwenden.

Phänomene wie Mobbing, unerwünschte Anbahnungsversuche durch fremde Erwachsene oder Fake News gehörten mittlerweile zum digitalen Alltag von Jugendlichen, sagte Yvonne Gerigk, eine der Verfasserinnen der Studie: "Ein Großteil scrollt einfach weiter, ein Viertel meldet das der Plattform." Viele problematische Inhalte würden von Jugendlichen insbesondere mit der Plattform TikTok in Verbindung gebracht. Aber es gibt auch Ausnahmen: So werde der ansonsten vergleichsweise "harmlose" Messaging-Dienst Snapchat besonders häufig im Zusammenhang mit unaufgefordert versandten Nacktbildern genannt.

Verbot wäre leicht zu umgehen

Ein Social-Media-Verbot für Jugendliche, wie es in mehreren Staaten aktuell debattiert wird, lehnt eine Mehrheit der Jungen und Mädchen ab, unter anderem mit dem Verweis darauf, dass es leicht zu umgehen wäre. Immerhin 43 Prozent der befragten 14- bis 17-Jährigen sprachen sich jedoch dafür aus. Die Nutzung von Youtube halten die Jugendlichen im Durchschnitt ab einem Alter von 12,5 Jahren für sinnvoll, bei Instagram und TikTok empfehlen sie einen Verzicht bis 14,5 Jahren. Weniger als ein Viertel der Studien-Teilnehmer gab an, dass Social Media und der verantwortungsbewusste Umgang damit im Schulunterricht thematisiert werden.