Aus vom WM-Traum

Thorsten Latzel im Talar
EKiR/Dominik Asbach
Nach dem Abpfiff ist vor dem Abpfiff: Präses Thorsten Latzel findet als Sportbeauftragter des Rates der EKD und Fußball-Fan jetzt die richtigen Worte.
EKD-Sportbeauftragter Latzel
Aus vom WM-Traum
Der WM-Kater sitzt tief. Doch während ganz Deutschland schimpft, schlägt EKD-Sportbeauftragter Thorsten Latzel ganz andere Töne an: Warum er trotz des bitteren Aus gegen Paraguay dankbar ist und wie uns der Glaube jetzt hilft, echte Haltung zu zeigen.

Wie schade und wie enttäuschend!
Nach dem verlorenen Elfmeter-Schießen gegen Paraguay spüre ich einen richtigen WM-Kater.
Das dritte Ausscheiden bei einer WM vor dem Achtelfinale in Folge: Das ist heftig!
Es braucht Zeit, um das zu verdauen.
Da zerbrechen viele Träume - bei den Spielern, beim Trainer, bei Millionen Fans, auch bei mir.
Mit so einer herben Niederlage umzugehen, ist nicht einfach.

Niederlagen sind aber die Zeit, in der es für mich gilt, Haltung zu zeigen:
Klar, jetzt muss man Fehler ehrlich und selbstkritisch analysieren.
Klar, man muss neu anfangen und Konsequenzen ziehen.
Aber man muss vor allem auch zusammenstehen.
Fan des eigenen Teams ist man nicht nur in Schön-Wetter-Zeiten.
Gerade der Glaube lehrt mich, mit Niederlagen anders umzugehen.

Glückwunsch an Paraguay für das Weiterkommen!
Was für eine Freude für Eure Fans!
Und ich möchte mich trotz der Niederlage bedanken.
Auch wenn es nicht gereicht hat:
Danke an alle Spieler: Ihr habt intensiv gekämpft!
Danke an den Trainer: Du hast Dein Bestes gegeben!
Danke an alle, die mit gefiebert, gefeiert, gelitten haben!

Ich wünsche allen Verletzten gute Genesung,
dem ganzen Team Zeit zum Ausruhen, zum Verarbeiten
und dann einen wirklichen Neu-Start.
Die WM geht weiter - auch ohne unser Team.
Gott segne und behüte weiter alle, 
die mitspielen und mitfiebern.