Konfi-Unterricht auch für konfessionslose Teens

Konfirmationsgottesdienst mit bunten Luftballons
epd-bild/Tim Wegner
Immer weniger getaufte Jugendliche: Die Evangelische Kirche der Pfalz öffnet den Konfirmationsunterricht für Konfessionslose.
Evangelische Kirche der Pfalz
Konfi-Unterricht auch für konfessionslose Teens
Die Evangelische Kirche der Pfalz ermöglicht auch konfessionslosen Jugendlichen eine Teilnahme am Konfirmationsunterricht. Hintergrund sind weniger getaufte Jugendliche. Landesjugendpfarrer Geith schlägt auch "Lebenswendfeiern" als Alternative vor.

Die Evangelische Kirche der Pfalz erprobt in ihrem Reformprozess auch neue Formen der Konfirmandenarbeit. Die Kirche müsse "abrücken von der Mitgliederorientierung" und sich öffnen für ungetaufte oder konfessionslose Jugendliche, sagte Landesjugendpfarrer Florian Geith dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Kaiserslautern. Hintergrund seien sinkende Konfirmandenzahlen. Der Konfirmandenunterricht soll jungen Menschen im Alter von 14 oder 15 Jahren die Grundzüge des christlichen Glaubens vermitteln.

In Städten wie Ludwigshafen mit einem hohen Anteil konfessionsloser und nicht christlicher Jugendlicher könnten religiöse "Lebenswendfeiern" eine Alternative zum herkömmlichen Konfirmandenunterricht sein, schlägt Geith vor. Mit dem ökumenischen Angebot hätten Kirchen in Mitteldeutschland gute Erfahrungen gemacht. Dabei kämen Jugendliche ohne kirchlichen Bezug mit christlichen Werten in Kontakt und erhielten den Segen.

Alle Jugendlichen seien eingeladen, den Konfirmandenunterricht zu besuchen, betonte Katharina Willig-Rohrbacher, Referentin für Konfirmandenarbeit im Landesjugendpfarramt. "Wir schließen niemanden aus". Auch muslimische Jugendliche hätten daran als Gäste teilgenommen. Die Pfarrerinnen und Pfarrer und die Kirchengemeinden entschieden selbst darüber, ob sie nur getaufte Kinder zum Konfirmandenunterricht zuließen oder diesen auch für nicht-christliche Kinder öffneten, sagte Willig-Rohrbacher.

Vor allem in Städten werde es schwieriger, junge Menschen für den Konfirmandenunterricht zu gewinnen, berichteten Willig-Rohrbacher und Geith. Zudem müssten zusammengeschlossene Kirchengemeinden ihre Konfirmandenarbeit neu organisieren, die rund 90 Stunden umfasse. Ein erstes "Pfälzer Konficamp" von 30. Juni bis 4. Juli im südpfälzischen Annweiler wolle bis zu 120 Jugendliche mit ihren Pfarrern, Jugendreferenten und Gemeindediakonen zum Austausch, zu Workshops und Spielen zusammenbringen.