Tauber: Kirche ohne christliche Botschaft überflüssig

Porträt Peter Tauber
Hendrik Schmidt/dpa
Peter Tauber fordert von den Kirchen mehr Klarheit im Kern ihres Auftrags. Wer Relevanz will, müsse sich an Jesus Christus orientieren.
Kirchen nicht "politische Stichwortgeber"
Tauber: Kirche ohne christliche Botschaft überflüssig
Peter Tauber provoziert bei den Ökumenischen Medientagen mit einer Aussage: Alles, was Kirche tut, müsse mit Jesus Christus zu tun haben, sagt der Ex-CDU-Generalsekretär. Sonst sei Kirche für die Gesellschaft ohne Relevanz.

Der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber ruft die Kirchen dazu auf, die christliche Botschaft ins Zentrum ihres Handelns zu stellen, um gesellschaftliche Relevanz zu haben. Kirche sei keine gewöhnliche Nichtregierungsorganisation, sagte Tauber am Dienstag in Frankfurt am Main. Gesellschaftliche Relevanz entstehe nicht durch Anpassung, sondern durch Unterscheidbarkeit.

Alles, was Kirche tut, müsse mit Jesus Christus zu tun haben. "Sonst ist es Schmuck am Nachthemd, sonst kann es weg", sagte Tauber, der sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Spitzenpolitik zurückgezogen hat und heute als Berater von Unternehmen und Verbänden tätig ist, bei den Ökumenischen Medientagen.

Der 51-Jährige, der sich in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck engagiert, warnte davor, dass sich die Kirchen als "politische Stichwortgeber" missverstehen. Sicher dürfe eine Kirche eine Haltung zu einem Tempolimit oder Arbeitszeitregelungen haben. "Aber ist das der Kern der christlichen Botschaft?", fragte Tauber.

Bei den am Montag eröffneten 3. Ökumenischen Medientagen beraten Vertreterinnen und Vertreter kirchlich getragener Buchverlage und Medienhäuser noch bis Mittwoch in Frankfurt am Main. Thema des Treffens ist "Relevanz?! Konfessionelle Medien in Kirche und Gesellschaft".