"Wer arbeitet, muss von seiner Arbeit leben können"

epd-bild/Heike Lyding
Aus evangelischer Perspektive ist Arbeit mehr als Erwerbstätigkeit. Sie ermögliche gesellschaftliche Teilhabe, Verantwortung füreinander und persönliche Entwicklung, so der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA).
KWA fordert zum Tag der Arbeit
"Wer arbeitet, muss von seiner Arbeit leben können"
Zum Tag der Arbeit am 1. Mai warnt der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) vor den Folgen prekärer Beschäftigung. Millionen Menschen arbeiten weiterhin unter unsicheren Bedingungen – etwa mit befristeten Verträgen, niedrigen Löhnen oder fehlender sozialer Absicherung.

Millionen Menschen arbeiten weiterhin unter unsicheren Bedingungen – etwa mit befristeten Verträgen, niedrigen Löhnen oder fehlender sozialer Absicherung. Für den Evangelischen Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) ist das ein Dorn im Auge.

Als eine Stimme der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die sich im gesellschaftspolitischen Diskurs für gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit einsetzt, warnt der Verband zum Tag der Arbeit am 1. Mai vor den Folgen prekärer Beschäftigung.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt den diesjährigen 1. Mai unter das Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite". Der KWA sieht darin einen wichtigen Hinweis auf die Frage, wie Arbeit in einer sozialen Wirtschaftsordnung gestaltet werden muss. "Arbeit soll dem Leben dienen und Menschen ermöglichen, ihre Würde zu wahren", erklärt die KWA-Vorsitzende Gudrun Nolte.

"Wenn Menschen trotz Arbeit kaum von ihrem Einkommen leben können oder dauerhaft in Unsicherheit leben, gerät dieses grundlegende Prinzip guter Arbeit aus dem Gleichgewicht." Prekäre Beschäftigung zeige sich in unterschiedlichen Formen – etwa in befristeten Arbeitsverhältnissen, unfreiwilliger Teilzeit, Leiharbeit oder besonders schlecht bezahlten Tätigkeiten.

Arbeit ist mehr als nur Erwerbstätigkeit

Besonders betroffen seien häufig junge Menschen, Frauen, Migrantinnen und Migranten sowie Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen, heißt es in der Pressemitteilung, die der Redaktion vorliegt. Aus evangelischer Perspektive ist Arbeit mehr als Erwerbstätigkeit. Sie ermögliche gesellschaftliche Teilhabe, Verantwortung füreinander und persönliche Entwicklung.

Gute Arbeit brauche deshalb faire Löhne, soziale Sicherheit und verlässliche Arbeitsbedingungen, heißt es weiter. "Eine soziale Wirtschaftsordnung zeigt sich daran, ob Menschen unter fairen und verlässlichen Bedingungen arbeiten können", so Nolte weiter. "Wer arbeitet, muss von seiner Arbeit leben können und eine verlässliche Perspektive für sein Leben haben."

Der KWA bündelt Informationen, Analysen und kirchliche Perspektiven zum Thema prekäre Arbeit auf seiner Themenseite und macht zum Tag der Arbeit erneut auf die gesellschaftliche Bedeutung des Themas aufmerksam. 

Der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) ist eine Stimme der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die sich im gesellschaftspolitischen Diskurs für gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit einsetzt. Durch Veranstaltungen, Publikationen und Kampagnen fördert er den Dialog zwischen Kirche, Wirtschaft und Arbeitswelt. Der KWA orientiert sich mit seinem bundesweiten Netzwerk an einer nachhaltigen und sozialen Wirtschaftsordnung, die dem Wohl des Menschen dient.