Landesbischöfin Heike Springhart hat es als Aufgabe von Seelsorge bezeichnet, bei der Begegnung mit Sterbenden Spannungen auszuhalten. Egal in welcher Lebenslage habe jeder Mensch das Recht, in Würde bis zu seinem Tod zu leben, sagte die evangelische Theologin bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Zuständigkeit für die Seel-Sorge" in Freiburg: "Aber nicht jeder hat die Pflicht dazu."
Wie viel Leid jemand ertrage, könne nur die betroffene Person selbst entscheiden. "Es steht mir nicht zu, das zu verurteilen", betonte Springhart. Der Satz "Wir lassen niemanden alleine sterben" müsse auch für assistierten Suizid gelten.
Auf Einladung der Landesärztekammer diskutierten Mediziner und Theologen über die Gemeinsamkeiten von Medizin und kirchlicher Seelsorge beim Heilen von körperlichen und psychischen Krankheiten. Das gemeinsame Anliegen sei es, den Menschen in seiner leiblichen, seelischen und geistigen Dimension zu verstehen und zu heilen, sagte die Präsidentin der Bezirksärztekammer, Paula Hezler-Rusch.
Immer mehr Jugendliche und Erwachsene würden psychotherapeutische Angebote in Anspruch nehmen, sagte Katharina Domschke, Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Uniklinik Freiburg. Allerdings kämen viele Patienten "letztlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens". Sinnkrisen zu lösen, sei jedoch nicht die Aufgabe der Psychotherapie. Hier seien etwa die Kirchen gefragt.





