Papst Leo trägt Kreuz bei Karfreitagsprozession

Papst Leo XIV spricht
dpa/Alessandra Tarantino/AP
Papst Leo XIV. spricht zu den Gläubigen am Ende der «Via Crucis», dem katholischen Karfreitags-Kreuzweg.
Das erste Osterfest als Papst
Papst Leo trägt Kreuz bei Karfreitagsprozession

Papst Leo XIV. ist schweigend seinen ersten Kreuzweg in Rom gegangen. Während der stimmungsvollen Prozession, die am Karfreitag im Kolosseum startete und vor dem antiken Amphitheater endete, trug der 70-Jährige das schlichte Holzkreuz selbst. Das hatte laut Vaticannews zuletzt Papst Johannes Paul II. im Jahr 1994 getan. Rund 30.000 Gläubige wohnten der Prozession am Kolosseum bei.

Die Texte für die 14 Meditationen über den Leidensweg Jesu hatte in diesem Jahr der italienische Pater Francesco Patton verfasst. Sie wurden über Lautsprecher verlesen und waren teilweise stark von aktuellen politischen Ereignissen geprägt. Bereits an der ersten Station, die daran erinnert, wie Jesus zum Tode verurteilt wird, handelt der Text von Macht und Gewalt.

Jede Obrigkeit müsse vor Gott Rechenschaft ablegen über die Art und Weise, wie sie Macht ausübe, heißt es darin in Bezug auf Worte von Franz von Assisi: "die Macht, einen Krieg zu beginnen oder zu beenden; die Macht, zur Gewalt oder zum Frieden zu erziehen; die Macht, das Verlangen nach Rache oder nach Versöhnung zu nähren."

Bei einer späteren Station wird im Kreuzwegtext auf Frauen Bezug genommen, insbesondere auf Mütter. Diese weinten seit Jahrhunderten um sich selbst und um ihre Kinder, die etwa "während einer Demonstration abgeführt und inhaftiert werden, die deportiert werden aufgrund einer Politik die kein Mitleid kennt, (…) die in Kriegsgebieten niedergemetzelt werden, die in Vernichtungslagern ausgelöscht werden."

Fußwaschung in der Lateranbasilika

An den weiteren Station befasste sich der Kreuzwegtext mit menschlichem Leid, Gerechtigkeit oder Gleichgültigkeit. Leo XIV. begeht in diesem Jahr sein erstes Osterfest im Amt des Papstes. Am Gründonnerstag hat er in der Lateranbasilika zwölf römischen Priestern die Füße gewaschen. Sein Vorgänger Franziskus hatte die Waschung nicht, wie bis zu seinem Pontifikat (2013-2025) üblich, an Priestern vollzogen, sondern an Migranten und Strafgefangenen, darunter auch Frauen.