Deutsche sind ein bisschen glücklicher als im Vorjahr

Illustration von Herzen in Deutschlandfarben
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Wie glücklich und zufrieden fühlen sich die Menschen in Deutschland und der Welt?
Umfragen zum Weltglückstag
Deutsche sind ein bisschen glücklicher als im Vorjahr
Alljährlich ermitteln Forscher in Oxford die Lebenszufriedenheit der einzelnen Nationen. In diesem weltweiten Ranking liegen die Finnen seit neun Jahren ganz vorn. Die Deutschen schafften es auf Platz 17 und verbesserten sich damit um fünf Plätze.

Im internationalen Glücksranking landen die Deutschen nur auf Platz 17. Im neuen Weltglücksbericht, den Forscher an der Universität Oxford am Donnerstag veröffentlichten, haben sie sich damit immerhin um fünf Plätze verbessert. Im Vorjahr lagen sie noch auf Platz 22. Auf den vorderen Plätzen der Rangliste liegen Finnland, Island, Dänemark, Costa Rica und Schweden.

Unterdessen zeigen andere Umfragen anlässlich des Weltglückstages am 20. März, dass die Mehrheit der Deutschen durchaus zufrieden mit dem eigenen Leben ist.

Laut einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos sind die Menschen in Deutschland glücklicher als vor einem Jahr. Demnach bezeichneten sich aktuell 72 Prozent der in Deutschland Befragten als glücklich, wie Ipsos am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Das sei ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber 2025. Wichtigster Glücksfaktor ist für die Deutschen das Gefühl, wertgeschätzt oder geliebt zu werden (40 Prozent). Es folgen Familie und Kinder (35 Prozent) sowie körperliche Gesundheit und Wohlbefinden (27 Prozent).

Persönliche Zuversicht contra allgemeine Erwartung

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine am Donnerstag veröffentlichte repräsentative YouGov-Umfrage. Demnach sagen 61 Prozent der Deutschen von sich, sie seien eher glücklich (50 Prozent) oder sehr glücklich (elf Prozent). Als eher unglücklich bezeichneten sich 21 Prozent, als sehr unglücklich fünf Prozent. Allerdings zeige sich eine klare Diskrepanz zwischen der persönlichen Zuversicht vieler Menschen und ihrer Einschätzung der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung, erklärte das Marktforschungsinstitut.

Im Dezember 2025 erwarteten der YouGov-Umfrage zufolge 54 Prozent der Deutschen, dass das Jahr 2026 für sie persönlich ein gutes Jahr werden wird. Deutlich zurückhaltender war die Einschätzung für das Land insgesamt: Nur 20 Prozent der Deutschen glaubten demnach zum Jahresende 2025, dass 2026 ein gutes Jahr für Deutschland werden würde.

Indonesier, Niederländer und Mexikaner vorn

Weltweit bezeichnen sich laut Ipsos 74 Prozent der Befragten als glücklich. Die höchsten Anteile glücklicher Menschen verzeichnete Indonesien (86 Prozent), gefolgt von den Niederlanden (84 Prozent) und Mexiko (83 Prozent). Die niedrigsten Werte weisen Ungarn (54 Prozent), Südkorea (57 Prozent) und die Türkei (59 Prozent) auf. Für den Report befragte Ipsos Menschen in 29 Ländern.

 

Der Weltglücksbericht (World Happiness Report) wird in jedem Jahr von Forschern am Wellbeing Research Centre der Universität Oxford veröffentlicht. Anlass ist der Weltglückstag am 20. März. Der Report basiert auf der Frage, wie die Befragten ihre Lebensqualität auf einer Skala von 0 bis 10 einstufen. Auch Faktoren wie Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, Lebenserwartung, Entscheidungsfreiheit und Wahrnehmung von Korruption gehen in die Rangliste ein.

Im Westen geringere Lebenszufriedenheit

Insgesamt ermittelten die Forscher in den meisten westlichen Industrieländern eine geringere Lebenszufriedenheit als in den Jahren 2005 bis 2010. Vor Deutschland liegen in diesem Ranking auch Norwegen (Platz sechs), die Niederlande (Platz sieben) Israel (Platz acht), Luxemburg (Platz neun) und die Schweiz (Platz zehn). Die USA kommen auf Platz 23.

Für die Online-Umfrage von Ipsos wurden zwischen dem 24. Dezember 2025 und dem 9. Januar 2026 insgesamt 23.268 Menschen befragt. In Deutschland umfasste die Stichprobe rund 1.000 Personen. YouGov befragte für den Ausblick auf 2026 im Dezember 2025 insgesamt 1.101 Personen. Zur derzeitigen Glücklichkeit wurden im März 7.672 Personen ab 18 Jahren befragt.