Auch Wehrdienst kann dem Frieden dienen

Präses Anna-Nicole Heinrich
epd-bild/Angelika Warmuth
Vor einer Schwarz-Weiß-Debatte beim Thema Krieg und Frieden warnt EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich. (Archivbild)
EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich
Auch Wehrdienst kann dem Frieden dienen
Für Anna-Nicole Heinrich, Synoden-Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), können sowohl Freiwilligendienst als auch Wehrdienst dem Frieden dienen. Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann kritisierte den Wehrdienst hingegen.

Vor einer Polarisierung in der Friedensdebatte hat die Synoden-Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, gewarnt. Oft werde die Diskussion in Schwarz und Weiß unterteilt, "in radikale Pazifisten und Mörder", sagt Heinrich in der neuen Ausgabe des Magazins "Zeit Campus", das am 12.3. in Hamburg erscheint. Dabei könne "der Gang zur Bundeswehr wie auch ein Freiwilligendienst ein Friedensdienst sein". Sich zu verteidigen, sei aus einer christlichen Grundhaltung heraus "nicht zu verteufeln".

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann kritisierte dagegen in einem Gastbeitrag für das Mitgliedermagazin "Zivilcourage" der Deutschen Friedensgesellschaft die neue EKD-Friedensdenkschrift und deren Position zur Wehrpflicht. Die Denkschrift habe die Chance verpasst, "deutlich zu machen, dass es nicht um Wehrpflicht geht, sondern um die Verpflichtung zum Kriegsdienst", schrieb Käßmann. Die Verweigerung sei hier "in der Tat das deutlich christlichere Zeichen".

Heinrich wurde 2021 mit 25 Jahren in eines der höchsten Ämter der EKD gewählt. "Von jungen Menschen in großen Institutionen wird erwartet, dass sie wilder sind und noch nicht so systemblind, dass sie sagen, was ihnen auffällt", sagt die heute 29-Jährige im Interview mit "Zeit Campus". Vor ihr hatten die Politikerinnen Irmgard Schwaetzer und Katrin Göring-Eckardt das Amt der EKD-Präses inne.