Frieden braucht mehr als militärische Stärke

Landesbischöfin Christina-Maria Bammel
epd-Bild/Klaus G. Kohn
Der 8. Mai erinnere an das von deutschem Boden ausgegangene maßlose Leid, das Völkern weltweit zugefügt wurde, erklärt die neue braunschweigische evangelische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel.
Ende des 2. Weltkriegs
Frieden braucht mehr als militärische Stärke
Angesichts des 81. Jahrestags zum Kriegsende wird vielerorts der Kriegsopfer gedacht. Die neue braunschweigische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel mahnt, den Frieden ganzheitlich zu denken. Altpräsident Joachim Gauck wird bei der Gedenkfeier in Dresden erwartet.

Die braunschweigische evangelische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel ruft dazu auf, Anstrengungen zur Wahrung des Friedens ganzheitlich zu denken. "Gemeinsames resilientes Zusammenleben, allein in Europa, braucht weit mehr als die gerade so stark diskutierten militärischen Aspekte", sagt die evangelische Theologin zum Auftakt der Tagung des Kirchenparlaments in Wolfenbüttel anlässlich des Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs.

Wenn das Völkerrecht mit Füßen getreten werde, müsse die Gesellschaft über Schutz reden, betont die Theologin. Der 8. Mai erinnere an das von deutschem Boden ausgegangene maßlose Leid, das Völkern weltweit zugefügt wurde. Mehr als acht Jahrzehnte nach Kriegsende werde über Frieden und auch darüber diskutiert, einander vor Gewalt zu schützen. In einer Welt der Unordnung werde zu Wehrdienst oder Wehrpflicht gestritten.

Auch die Kirche müsse sich fragen, ob sie in Zeiten von Spannungen alles ihr Mögliche tue, um beispielsweise junge Menschen in den nötigen Gewissensentscheidungen zu begleiten, sagt Bammel. "Wir machen uns kaum Bilder davon, was die seit Jahren Tag und Nacht angegriffenen und bedrohten Menschen erleiden unter Drohnen, Raketenfeuer, Besetzung und Vergewaltigung." Es zähle zum Auftrag der Kirche, aller ideologisch-staatlichen Vereinnahmung zu widerstehen, toxischem Anerkennungs- und Geltungsdrang zu widersprechen und gegen Machtverwicklungen der Kirche wach zu bleiben.

Die Bremische Bürgerschaft und der Bremer Senat haben am Mahnmal am Denkort Bunker Valentin im Bremer Norden der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht. Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer sagt: "Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Es ist der Tag, an dem die Herrschaft der Nationalsozialisten endete, die unermessliches Leid über Europa gebracht hat".

Deutschland habe in dieser Zeit unermessliche Schuld auf sich geladen, sagte Grotheer: "Es ist unsere Pflicht, all jenen zu widersprechen, die im heutigen Tag etwas anderes sehen als einen Tag der Befreiung. Es ist unsere Pflicht und unsere historische Verantwortung, dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht." Das gelte auch für antisemitische Äußerungen - egal aus welcher Richtung sie kommen.

Gauck bei Dresdner Gedenkveranstaltung

Mit einer Gedenkfeier erinnert Sachsen in Dresden an die Befreiung vom Nationalsozialismus und die Beendigung des Zweiten Weltkrieges vor 81 Jahren am 8. Mai 1945. Als Redner werde Altbundespräsident Joachim Gauck erwartet, teilt die sächsische Staatskanzlei mit. 

Im Anschluss an die Feier diskutieren Schülerinnen und Schülern von Dresdner Gymnasien und Oberschulen mit Gauck und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Der 8. Mai 1945 steht für das Ende des von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieges in Europa und der nationalsozialistischen Diktatur. 

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