Krebs tötet mehr, doch Junge überleben öfter

 Medizinisches Personal untersucht mit einer Mammografie die Brust einer Frau auf Brustkrebs
Hannibal Hanschke/dpa
In Deutschland sterben mehr Menschen an Krebs als früher. Das liegt daran, dass es mehr ältere Menschen gibt. Denn auf der anderen Seite sinkt das Risiko, in jungen Jahren an Krebs zu sterben.
Medizin macht Hoffnung
Krebs tötet mehr, doch Junge überleben öfter
Die Zahl der Krebstoten in Deutschland steigt. Doch hinter den Zahlen verbirgt sich eine überraschende Wende. Gerade bei jungen und mittelalten Menschen sinkt die Sterblichkeit. Warum die Fortschritte in Medizin und Früherkennung Hoffnung machen, obwohl Krebs weiterhin die zweithäufigste Todesursache bleibt.

Auch wenn die Zahl der Krebstoten in Deutschland steigt, führt die Krankheit inzwischen gerade bei Menschen im jüngeren und mittleren Alter seltener zum Tod. Rund 230.000 Menschen sind 2024 in Deutschland an Krebs gestorben. Das waren etwa zehn Prozent mehr als 20 Jahre zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar mitteilte. Der Anstieg sei vor allem auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen.

Das zeige ein anderer Blick auf die Zahlen: 2024 kamen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner 273,5 Krebstote. 20 Jahre zuvor waren es noch 322,4.

Krebs führt laut Bundesamt gerade bei jungen Menschen sowie Frauen und Männern im mittleren Alter seltener zum Tod als noch vor 20 Jahren. Ursachen dürften verbesserte Behandlungsmethoden, Möglichkeiten zur Früherkennung und Prävention sein.

Die Sterblichkeit aufgrund von Krebs ging in nahezu allen Altersgruppen zurück. Eine Ausnahme bildeten die Fünf- bis Neunjährigen, bei denen es 2024 mit 2,4 Krebstoten je 100.000 Kindern geringfügig mehr gab als 2004 mit 2,2. Auch bei den Personen ab 90 Jahren war die Zahl der Sterbefälle aufgrund von Krebs mit 2.073,7 je 100.000 Menschen dieser Altersgruppe etwas höher als 20 Jahre zuvor (1.995,6).

Zweithäufigste Todesursache

Der Anteil der an Krebs Gestorbenen an den Todesfällen insgesamt sank von 25,6 Prozent auf 22,9 Prozent 20 Jahre später. Krebs blieb dennoch die zweithäufigste Todesursache. Nur an Krankheiten des Kreislaufsystems starben mehr Menschen, nämlich 339.200, was 33,7 Prozent aller Todesfälle entspricht. Die häufigste Todesursache war Krebs sowohl bei Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren, als auch bei Menschen im Alter von 35 bis 74 Jahren.

Die häufigste krebsbedingte Todesursache war wie in den Vorjahren Lungen- und Bronchialkrebs mit 45.100 Todesfällen. Diese Krebserkrankung allein war 2024 somit für fast ein Fünftel der krebsbedingten Todesfälle die Ursache.