Bis gestern Nachmittag sah es so aus, als müsste die Tagespflege Stephanus bis aufs Weitere geschlossen bleiben, da das Gebäude - wie so viele in Berlin-Zehlendorf - von der Stromversorgung abgerissen war.
Laut Stromnetzbetreiber war die Ursache für den Ausfall ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal nahe des Kraftwerks Lichterfelde. Der Kabelbrand sei mutmaßlich von Extremisten gelegt worden. Mehr als 30.000 Menschen sind in Berlin bei Temperaturen von unter Null Grad von Stromausfällen betroffen.
Jenny Pieper-Kempf ist verantwortlich für die Unternehmenskommunikation der Diakonie-Pflege für den Verbund Berlin und zeigt sich erleichtert, dass das Stephanus-Haus seit Sonntagnachmittag wieder am Netz hängt. Denn so kann die Einrichtung als Anlaufstelle für Hilfesuchende in der nächsten Umgebung dienen. "Wir bieten Räume zum Aufwärmen an", sagt Pieper-Kempf, "und uns ist wichtig, dass so viele Anwohner wie möglich darüber Bescheid wissen." Sie habe deshalb gerade noch einige Aufsteller auf dem Gehweg verteilt, berichtet sie.
Im Fokus des Diakonie-Teams stehen vor allem Pflegebedürftige, die alleine zu Hause lebten. "Ambulante Teams fahren zu den Menschen nach Hause, damit keiner auf der Strecke bleibt", sagt Pieper-Kempf. Sie fügt hinzu: "Gewissermaßen sind unsere Pflegekräfte seit Corona geübt darin, zu erkennen, wenn alleine nichts mehr geht - dann können wir sie bei uns tagsüber aufnehmen." Uns, das bedeutet in der Tagespflege, die zurzeit über knapp 30 freie Plätze verfügt. Alle behindertengerecht. Für die Beförderung der ambulanten Patient:innen zur Tagespflege Stephanus benutzt die Einrichtung den Bus des Mobilitätshilfedienstes Steglitz-Zehlendorf.
Außerdem händigt die Diakonie Powerbanks aus, damit Menschen Geräte mobil laden können.
Hilfe geben und bekommen
An anderer Stelle sind die Mitarbeitenden und Patient:innen der Diakonie auf Hilfe angewiesen. Das Diakonie Hospiz Wannsee befindet sich aufgrund einer Sanierung aktuell in Berlin-Zehlendorf, dort besteht jedoch keine funktionierende Notstromversorgung. Das Immanuel Krankenhaus im Stadtteil Wannsee konnte kurzfristig aushelfen, eine komplette Station sei für die Hospizgäste geschaffen worden, teilte die Immanuel Albertinen Diakonie in Berlin gegenüber des Evangelischen Pressedienstes mit. 13 Personen konnten inzwischen aufgenommen werden.
Dabei gab es, nach Angaben von Hospiz-Geschäftsführer Walther Seiler, auch Unterstützung der Berliner Feuerwehr. Sobald das Übergangshaus "Domicil" der Diakonie wieder planmäßig betrieben werden kann, sollen die Hospizgäste an ihren bisherigen Standort zurückkehren können.
Weitere Infos über die Hilfe der Diakonie gibt es hier.
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