Christina-Maria Bammel wird neue Bischöfin

Christina-Maria Bammel mit Blumenstrauß nach ihrer Wahl zur Bischöfinbei der Landessynode in Braunschweig
epd-Bild/Klaus G. Kohn
Christina-Maria Bammel nach ihrer Wahl zur Bischöfin bei der Landessynode in Braunschweig. Dort setzte sie sich mit 31 von 38 Stimmen durch.
Wahl in Braunschweig
Christina-Maria Bammel wird neue Bischöfin
Erstmals in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Landeskirche Braunschweig ist eine Frau an die Spitze gewählt worden. Christina-Maria Bammel tritt ihr Amt als Bischöfin im nächsten Jahr an. Sie kündigt eine Kirche an, die Grenzen überwindet und eine andere Tonlage wagt.

Christina-Maria Bammel wird neue Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Mit der 52-Jährigen sei eine leitungserfahrene Persönlichkeit gewählt worden, die sowohl in Konflikten und Krisen als auch in der Entwicklung und Motivation fähig sei, sagte der stellvertretende Landesbischof Thomas Hofer nach der Wahl am 22.11. durch die Landessynode.

Bammel setzte sie sich im zweiten Wahlgang gegen ihren Mitbewerber, den Münchener Pfarrer Norbert Roth (52), mit 31 von 38 Stimmen durch. Sie ist in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Landeskirche die erste Frau im Bischofsamt.

Bammel betonte, in Zukunft sehe sie eine Kirche, die sich nicht in eine Wagenburg zurückziehe, sondern die "großzügig über Mitgliedschaftsgrenzen weit hinausgeht" und Kontakt suche: Eine Kirche, die nicht in "institutioneller Selbstumdrehung" steckenbleibe. Eine Aufgabe der Kirche sei es, gerade in einer Zeit von Empörungswellen und Desinformation eine andere Tonlage anzuschlagen.

Die 1973 in Berlin-Pankow geborene Theologin folgt auf Landesbischof Christoph Meyns, der im Juli in den Ruhestand verabschiedet wurde. Bammel werde frühestens im Frühjahr 2026 eingeführt, ein genaues Datum stehe noch nicht fest, hieß es.

Engagiert für die Kirche

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, würdigte Bammels "profunde Leitungserfahrung" und ihren weiten theologischen Horizont, der für jede Kirchenentwicklung eine Bereicherung sei. "Möge sie sich weiterhin mit so viel Leidenschaft und Empathie der drängenden Fragen der Gegenwart aus christlicher Perspektive annehmen."

Auch der Berliner Bischof Christian Stäblein gratulierte seiner langjährigen Stellvertreterin zur Wahl. "Sie weiß um die Herausforderungen der kirchlichen und gesellschaftlichen Transformation und steht für eine gute Brücke zwischen Tradition und Innovation." Bammel habe mit ihrem Engagement für die Kirche auf allen Ebenen tiefe Spuren geprägt.

Bammel ist seit 2019 Pröpstin des Konsistoriums der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und leitet dort die Abteilung Theologische Grundsatzfragen und Kirchliches Leben. Zuvor war sie unter anderem für Fragen von Gottesdienst, Ehrenamt und Kirchenmusik verantwortlich.

Zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig gehören eigenen Angaben zufolge 264 Gemeinden mit rund 270.000 Mitgliedern im Südosten Niedersachsens und im Ostharz.