Kirchen laden zum Trauern um Schülerin ein

Tatort mit Kerzen und Polizeiüberwachung

© Bernd Weißbrod/dpa

Die Kirchen in Illerkirchberg nahe Ulm laden für Dienstagabend zum Trauern ein. Kerzen und Blumen stehen an einem Tatort, an dem am Tag zuvor zwei Mädchen von einem Mann mit einem Messer angegriffen wurden.

Nach Tod von 14-Jähriger
Kirchen laden zum Trauern um Schülerin ein
Nach dem tödlichen Angriff auf eine Schülerin am Montag im schwäbischen Illerkirchberg laden die Kirchen in dem Ort nahe Ulm für Dienstagabend zum Trauern ein.

Zuvor sei die Kirche St. Sebastian in Oberkirchberg den gesamten Dienstag offen und es könne in ein Trauerbuch geschrieben und eine Kerze entzündet werden, teilten die Evangelische Kirchengemeinde Illerkirchberg und die Katholische Seelsorgeeinheit Iller-Weihung mit.

Am Montagmorgen hatten Zeugen gegen 7.30 Uhr der Polizei gemeldet, dass in Oberkirchberg zwei Mädchen auf dem Schulweg angegriffen und verletzt worden seien, wie das Polizeipräsidium Ulm am Montagabend mitteilte. Der alarmierte Rettungsdienst habe sich sofort um die 13 und 14 Jahre alten Mädchen gekümmert und sie in Kliniken gebracht. Dort sei die 14-Jährige verstorben, die 13-Jährige sei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Mädchen mit einem Messer angegriffen. Die Polizei habe erfahren, dass der Angreifer aus einer benachbarten Asylbewerberunterkunft gekommen und nach der Tat dorthin wieder geflüchtet sei. Als die Polizei diese mit Spezialkräften durchsuchte, sei sie dort auf drei Bewohner getroffen, alle Asylbewerber aus Eritrea. Zwei habe sie mit zur Dienststelle genommen. Der Dritte sei verletzt gewesen und musste in ärztliche Behandlung.

Der 27-Jährige, der verletzt in der Unterkunft angetroffen wurde, stehe im Verdacht, die Mädchen angegriffen zu haben. Bei ihm habe die Polizei auch ein Messer gefunden, welches als Tatwaffe in Betracht kommt. Der Verdächtige befinde sich aktuell unter polizeilicher Bewachung in einem Krankenhaus, so die Polizei.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU), sprach von einer Tat, "die sinnloser nicht sein könnte". "Diese Tat rührt uns zutiefst, wenn das Leben eines unschuldigen Kindes so brutal ausgelöscht wird", sagte er laut einer Mitteilung seines Innenministeriums vom Montagabend. In Gedanken sei er in diesen schweren Stunden bei den Eltern, der Familie, den Hinterbliebenen der Getöteten sowie bei den Mitschülerinnen und Mitschülern und Freunden des jungen Mädchens.

Die Hintergründe der Tat seien noch unklar, so Strobl. Zusammen mit der Staatsanwaltschaft arbeite die Polizei mit Hochdruck daran, die Tat aufzuklären.

Mehr zu Kriminalität
Andachtsraum der IGS Wunstorf
Nach dem gewaltsamen Tod eines 14-Jährigen aus Wunstorf bei Hannover hat die betroffene Schule zwei Krisen-Teams eingesetzt. Sie sollen die weiteren Schritte der Aufarbeitung an der dortigen Integrierten Gesamtschule koordinieren.
Blumen liegen an einer Tannenbaumschonung
Ein 14-jähriger Schüler kehrt nach einer Verabredung nicht nach Hause zurück und wird als vermisst gemeldet. Einen Tag später wird sein Leichnam gefunden. Ein Freund gibt zu, ihn getötet zu haben. An der Schule herrscht Bestürzung.