Bedford-Strohm: Für Frieden in Ukraine beten

Heinrich Bedford Strohm

© epd-bild/Anestis Aslanidis

Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat auf dem Treffen des Weltkirchenrates dazu aufgerufen, für ein Ende des Krieges in der Ukraine zu beten.

Ökumene-Gipfel in Karlsruhe
Bedford-Strohm: Für Frieden in Ukraine beten
Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat auf dem Ökumene-Gipfel in Karlsruhe dazu aufgerufen, weiter für ein Ende des Ukraine-Krieges zu beten.

Die Kirchen würden nicht aufhören, für einen "gerechten Frieden zu beten, der militärische Aggression nicht belohnt", sagte der bayerische Landesbischof am Sonntag in einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Stephan im Rahmen der 11. Vollversammlung des Weltkirchenrates, an der Bedford-Strohm als EKD-Delegierter teilnimmt.

Ein Krieg bringe niemals Gewinner hervor, "sondern nur Verlierer", fügte Bedford-Strohm hinzu. Alle spürten das "schreckliche Dilemma zwischen der moralischen Fragwürdigkeit der Teilnahme an der Sünde des Krieges auf der einen Seite und der Notwendigkeit eines wirksamen Widerstands gegen einen Aggressor, der die Mindeststandards des Völkerrechts und der humanitären Regeln brutal missachtet, auf der anderen Seite".

Er gebe die Hoffnung nicht auf, dass Ukrainer und Russen eines Tages wieder Freunde werden, so Bedford-Strohm: "Ich weiß, das ist ein Traum. Aber ich glaube fest daran: 'Die Liebe Christi bewegt die Welt zu Versöhnung und Einheit'." Vorbild sei für ihn die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland nach drei grausamen Kriegen zwischen 1870 und 1945 mit vielen Millionen Toten auf beiden Seiten.

"Es ist für mich heute unvorstellbar, wie meine Vorfahren unsere französischen Freunde als gefährliche Feinde sehen konnten, die es zu töten galt", so Bedford-Strohm in seiner in Englisch vorgetragenen Predigt. An dem Ökumene-Gipfel, der noch bis zum 8. September in Karlsruhe tagt, nehmen rund 4.000 Gäste aus aller Welt teil. Der ÖRK ist eine Gemeinschaft von 352 Kirchen, die weltweit über 580 Millionen Christen vertreten. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied.

Mehr zu ÖRK
Heinrich Bedford-Strohm
Der Weltkirchenrat will weiter nach Wegen suchen, die Gewalt durch die Invasion Russlands in der Ukraine zu überwinden, sagte der Moderator des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Heinrich Bedford-Strohm.
Reisbauer in indonesien
Fünf kirchliche Weltbünde haben mit Blick auf den G20-Gipfel in Indonesien Mitte November ein gerechteres globales Wirtschafts- und Finanzsystem gefordert.