Entwicklungsministerin setzt auf religiöse Akteure

Imam steht auf einer Empore und spricht

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Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) möchte verstärkt religiöse Akteure, wie Imame oder Geistliche, in die Arbeit vor Ort einbinden. Beispielsweise für Impfaktionen in Mali oder gegen Genitalverstümmlung von Frauen auf dem Kontinent.

Imame und Pastoren als Helfer
Entwicklungsministerin setzt auf religiöse Akteure
Angesichts globaler Krisen wie Hunger und Pandemie hält Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) es für "ganz besonders wichtig, dass wir religiöse Akteure in unsere Arbeit einbeziehen". Es bezeichneten sich weltweit vier von fünf Menschen als religiös, sagte sie der Zeitschrift "Herder Korrespondenz". 

Anlass des Gesprächs war die seit 60 Jahren bestehende Kooperation des Bundesentwicklungsministeriums mit der evangelischen und der katholischen Kirche in der Entwicklungszusammenarbeit.

Religiöse Autoritäten hätten mitunter großen Einfluss auf Gläubige, erläuterte Schulze. So setzten sich etwa in Mali muslimische und christliche Partner erfolgreich für Kinderrechte und gegen weibliche Genitalverstümmelung ein.

Auch in puncto Impfbereitschaft sei die Autorität religiöser Akteure sichtbar geworden: "Als sich etwa Imame öffentlich haben impfen lassen, zogen viele zuvor zögerliche Gläubige mit."

"Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist die feministische Entwicklungspolitik", sagte Schulze weiter. Sie wünsche sich speziell von der katholischen Kirche, dass die Gleichberechtigung von Frauen in deren Entwicklungszusammenarbeit weiter ausgebaut und noch stärker in die Arbeit vor Ort integriert werde. "Frauen zu stärken, führt letztlich zu einer besseren Entwicklung für alle", betonte die Ministerin.

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