US-Transgender-Bischof darf im Amt bleiben

Megan Rohrer im Youtube Interview

© revrohrer.com/Cosmopolitan.com/Youtube

Megan Rohrer, der erste offen als Transgender lebende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika, muss nach Rassismusvorwürfen doch nicht zurücktreten.

Nach Rassismusvorwurf
US-Transgender-Bischof darf im Amt bleiben
Der wegen Rassismusvorwürfen in die Kritik geratene Bischof der kalifornischen Sierra-Pacific-Synode, Megan Rohrer, darf im Amt bleiben.

Die Sprecherin der Sierra-Pacific-Synode, Catherine Slabaugh, teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, der gewählte Rat der Synode habe sich mit einer Rücktrittsforderung befasst. Der Rat sei nicht der Ansicht, dass Bischof Rohrer das Vertrauen der Gemeinden und Pastoren verloren habe, heißt es in der Ratserklärung.

Rohrer, der erste offen als Transgender lebende Pfarrer seiner Kirche, war im vergangenen Mai zum Bischof der 180 Gemeinden zählenden Sierra-Pacific-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA) gewählt worden. Rohrer war im September in das Bischofsamt eingeführt worden.

Zuvor hatte die leitende Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika, Elizabeth Eaton, den Bericht des Untersuchungsausschusses zur Kontroverse um die Amtsführung Rohrers veröffentlicht. Eaton hatte Bischof Rohrer vergangene Woche zum Rücktritt aufgefordert.

Der Bericht des von Eaton einberufenen Untersuchungsteams beschrieb Vorwürfe gegen Rohrer bezüglich seines angeblich bevormundenden Umgangs mit einem Pastor der lateinamerikanischen lutherischen Mission in ihrer Synode. Rohrer hatte den Geistlichen entlassen.

Die Entlassung sei an dem für viele Latino- und Latina-Christen bedeutenden Feiertag der Jungfrau von Guadeloupe am 12. Dezember bekannt gemacht worden. Die Gemeinde sei erst während des Festgottesdienstes informiert worden. Rohrer habe seine Beweggründe nicht erläutert. Viele Gemeindemitglieder hätten den Gottesdienst verlassen.

Laut Bericht wurden dem Untersuchungsausschuss Klagen vorgetragen, wonach Rohrer manche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit "ständigen Ermahnungen" unter Druck gebracht habe, dass der Bischof "alle Entscheidungen treffen sollte und keine Beratung braucht".

Nach Darstellung des Untersuchungsberichts war die Entlassung auch das Resultat des in der Kirche existierenden "institutionellen Rassismus". Die überwältigen Mehrheit der 3,3 Millionen ELKA-Mitglieder ist weiß. Die ELKA ist die größte lutherische Kirche in Nordamerika.

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