Diakonie-Chef Lilie: Anschlag von Hanau lässt uns keine Ruhe

 Diakonie Chef Ulrich Lilie zum Anschlag in Hanau vor einem Jahr

©epd-bild/Heike Lyding

"Der terroristische Anschlag von Hanau lässt uns auch ein Jahr danach keine Ruhe", sagte Diakonie Chef Lilie.

Diakonie-Chef Lilie: Anschlag von Hanau lässt uns keine Ruhe
Ein Jahr nach dem Anschlag in Hanau fordert der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, einen wirkungsvollen Schutz vor rassistischer Gewalt für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. In einer Videobotschaft mahnt der rheinische Präses Rekowski die Bevölkerung an.

Dafür müssten alle in ihrem Lebensumfeld eintreten, erklärte Lilie am Donnerstag in Berlin: "Der terroristische Anschlag von Hanau lässt uns auch ein Jahr danach keine Ruhe", sagte er. Betroffene von rassistischer Gewalt dürften nie alleine gelassen werden.

Der Staat sei in der Verantwortung, zivilgesellschaftliche Initiativen verlässlich zu fördern, die sich für eine vielfältige Zivilgesellschaft einsetzen, erklärte Lilie. Eine Kultur der Wertschätzung und Toleranz entstehe nicht von selbst. Auch die Diakonie setze sich mit vielen ihrer Projekte gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus ein.

In der Debatte um den Begriff "Rasse" im Artikel 3 des Grundgesetzes zur Gleichheit vor dem Gesetz sprach sich Lilie dafür aus, "Rasse" durch "rassistisch" zu ersetzen. Der Gesetzgeber müsse den Willen zu strukturellen Veränderungen auch im Grundgesetz deutlich machen, erklärte der Diakonie-Chef.

Am Freitag vor einem Jahr, am 19. Februar 2020, hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau an mehreren Orten neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend tötete er seine Mutter und sich selbst. Ein Gutachten diagnostizierte bei dem Täter paranoide Schizophrenie, gepaart mit rassistischer Ideologie.

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