Viele Kirchen in Bayern sagen größere Gottesdienste ab

leere Kirchenbank

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Viele Gemeinden sagen ohnehin bereits große Gottesdienste ab.

Viele Kirchen in Bayern sagen größere Gottesdienste ab
Christmetten am späten Heiligabend soll es nach dem Willen der bayerischen Staatsregierung nicht geben. Auch für Kirchgänger gelte die Ausgangssperre ab 21 Uhr. Viele Gemeinden sagen ohnehin bereits große Gottesdienste ab.
14.12.2020
Daniel Staffen-Quandt
epd

Nach und nach werden überall in Bayern größere Gottesdienste wegen des neuerlichen Lockdowns abgesagt. Zwar dürfen nach den nun beschlossenen Regeln der Staatsregierung Gottesdienste weiterhin stattfinden - allerdings gilt die Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr auch für Kirchgänger, sagte Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) am Montag nach der Kabinettssitzung in München. Man sei weiterhin mit den Kirchen im Dialog, sagte er. Noch am Montagnachmittag stünden weitere Gespräche an. Für größere Gottesdienste soll jedenfalls eine Anmeldepflicht gelten.

Abgesagt an größeren Gottesdiensten wurden in Bayern - nach den bereits bekannten Absagen des ökumenischen Gottesdienstes am Chinesischen Turm im Englischen Garten in München und im Nürnberger Club-Stadion - inzwischen auch die "Stille Nacht" im Sportstadion Baldham bei München. Ab 17 Uhr wollten sich dort an Heiligabend mehr als 1.000 Menschen treffen. Diesen habe man "schweren Herzens" abgesagt. "Auch von kirchlicher Seite müssen wir dazu beitragen, dass die Kontakte reduziert und das Infektionsgeschehen unterbrochen wird", teilte die Gemeinde mit.

Christvesper mit 700 Gästen fällt aus

Ebenfalls nicht stattfinden wird der ökumenische Gottesdienst an Heiligabend im Aschaffenburger Schloss Johannisburg. Bis zu 540 Personen sollten dort nach den Planungen das evangelischen und katholischen Dekanats gemeinsam Gottesdienst feiern. Auch über dem Gottesdienst auf dem Parkplatz vor der Würzburger Residenz stehen mittlerweile große Fragezeichen. Nachdem es vergangene Woche eine Debatte über das Hygienekonzept gab und die Zahl der Teilnehmer von einst 500 auf nun 400 begrenzt wurde, wollen die beiden Kirchen beraten, ob an den Plänen festgehalten wird.

Weiter ist man schon in Neuburg an der Donau. Auf dem dortigen Karlsplatz sollten an Heiligabend drei ökumenische Christvespern mit jeweils rund 700 Gästen stattfinden. Auch im mittelfränkischen Schwabach wurden alle Freiluftgottesdienste an Heiligabend, Silvester und der ökumenische Neujahrsgottesdienst abgesagt. Stattdessen gebe es in der Stadtkirche nun Gottesdienste mit Anmeldung. Auch das für Heiligabend geplante "Weihnachten im Goldmobil" - also Familiengottesdienste an verschiedenen Plätzen in der Stadt - werde nun nur indoor mit Anmeldung angeboten, teilte die Dekanin mit.

Ausgangssperren seien ernst gemeint

Grund für diese Absagen dürfte auch sein, dass Staatskanzlei-Chef Herrmann an die Kirchen appelliert hat, ihre Gottesdienste auch an Weihnachten so zu planen, dass die Menschen um 21 Uhr wieder daheim sein können. Das Virus richte sich eben "nicht nach dem Kirchenjahr, nicht nach dem Gottesdienstkalender", es nehme vielmehr den Raum ein, den man ihm biete. Der Minister sagte, die Ausgangssperren ab 21 Uhr seien ernst gemeint. Dies bedeute, dass man sich "nicht um 21 Uhr mal ganz allmählich auf den Heimweg" machen, sondern schon zu Hause sein sollte.

Dies betreffe dann eben auch die Christmetten, die vielerorts erst um Mitternacht, manchmal aber auch schon ein oder zwei Stunden früher beginnen. "So war die Meinung jedenfalls im Kabinett", sagte Herrmann. Weitere Gespräche mit den Kirchen stünden noch bevor. Er gehe aber "schon auch von Verständnis" seitens der Kirchen aus. Die Religionsfreiheit und die Freiheit zur Ausübung der Religion seien extrem hohe Güter. Gleichwohl sei es der Regierung wichtig, dass Eingriffe wie die Ausgangssperre für alle gelten. Dies sei dann einheitlich und "letztlich auch gerecht".

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