Huldigung an den "Gitarren-Gott"

Gitarrist Eddie Van Halen bei einm Konzert am 13.08.2015

©Greg Allen/Invision/AP/dpa

Gitarrist Eddie Van Halen bei einem Konzert 2015. Die Rock-Legende starb am 6. Oktober 2020 in Santa Monica an Krebs.

Huldigung an den "Gitarren-Gott"
Eddie Van Halens Hit "Jump" ist auch bei Organisten gefragt
Am 6. Oktober verstarb der legendäre Rockmusiker Eddie Van Halen. Sein größter Erfolg, der Song "Jump"aus dem Jahr 1984, hat es auch den Organisten angetan.

Eine Rock-Legende ist tot. Am 6. Oktober starb der US-Musiker Eddie Van Halen mit 65 Jahren an einer Krebserkrankung. Kollegen würdigten ihn als einen Großen ihrer Zunft. Er sei ein "Gitarren-Gott" gewesen, schrieb Gene Simmons von der Band "Kiss". Auch John Meyer charakterisierte ihn als "Superhelden" an der Gitarre. Van Halen habe "das Gitarrespielen auf ewig verändert", schrieb der Rocker Tommy Lee.

Sein innovatives Spiel erregte früh Aufsehen und seine Virtuosität, gepaart mit unerhörten Klangeffekten, wie sie etwa das Solo "Eruption" von 1977 demonstriert, machten Van Halen zu einem der stilprägendsten und einflussreichsten Gitarristen in der Rockmusik. Die Technik des Tapping wurde zu seinem Markenzeichen und in der Folge von vielen Gitarristen übernommen und weiterentwickelt.

Lob aus dem Vatikan

1955 in Amsterdam geboren, siedelte Van Halen mit seiner Familie 1962 in die USA über und begann dort, inspiriert von Jimi Hendrix und Eric Clapton, Gitarre zu spielen. Noch in der Schulzeit gründete er zusammen mit seinem Bruder, dem Schlagzeuger Alex Van Halen, die Band "Van Halen". Bereits das Debütalbum 1978 war ein großer Erfolg und sorgte für den raschen Aufstieg zu einer der best bezahlten Livebands.

Zum erfolgreichsten Song von "Van Halen" wurde der Titel "Jump", der 1984 weltweit die Charts stürmte. Hier steht weniger der Gitarren- als der charakteristische Sound eines Oberheim-Sythesizers im Vordergrund. Die Akkorde mit dem hohen Wiedererkennungswert haben in letzter Zeit, da Rock- und Popadaptionen unter ihnen mehr und mehr salonfähig geworden sind, auch Organisten animiert, den Van Halen-Song - ein typisches KInd der 80er Jahre - auf ihr Instrument zu übertragen. Das Ergebnis ist musikalisch durchaus schlüssig, und so wird dem "Gitarren-Gott" also auch in Kirchenmauern Tribut gezollt.

Eine Huldigung für den verstorbenen Rocker kam sogar aus dem Vatikan: Der Präsident des päpstlichen Kulturrats, Kardinal Francesco Ravasi, verglich den Gitarristen Eddie Van Halen mit dem Barock-Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750). Ravasi zitierte den Rockmusik-Produzenten Ted Templeton mit den Worten: "Eddie kann 30 Sekunden lange Phrasen mit einer Komplexität spielen, die es mit Bach aufnehmen kann."

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