Präses der EKD-Synode sieht wachsende Bedeutung des Ehrenamts

Irmgard Schwaetzer in Berlin

©epd-bild/Juergen Blume

Die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, sieht wachsende Bedeutung des Ehrenamts. Sie glaubt, dass in der Zukunft gut ausgebildete Laienprediger, sogenannte Prädikanten, vermehrt gebraucht werden.

Präses der EKD-Synode sieht wachsende Bedeutung des Ehrenamts
In vielen Gemeinden sind ehrenamtliche Mitarbeiter unverzichtbar. Gerade in deren Stärkung sieht die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, eine wichtige Aufgabe für die Zukunftsfähigkeit der Kirche. Der Deutsche Evangelische Küsterbund machte indes auf die wichtige Bedeutung der meist ehrenamtlichen Kirchendiener aufmerksam.

Man müsse alles dafür tun, dass sich ehrenamtlichen Mitarbeiter bestärkt, wertgeschätzt und wahrgenommen fühlen, sagte Schwaetzer der in Weimar erscheinenden Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" (Ausgabe zum 13. September). "Ich bin überzeugt davon, dass die Rolle der Ehrenamtlichen in den nächsten Jahren immer wichtiger werden wird", betonte sie.

Aus Sicht Schwaetzers, die selbst das Kirchenparlament im Ehrenamt leitet, wäre Kirche ohne die Menschen, die sich in der Begleitung Anderer in schweren Situationen engagierten, sich für Entwicklungshilfe einsetzten oder aktiv den Gottesdienst mitgestalteten nicht Kirche. Viele Ehrenamtliche wollten den Sinn, den sie in ihrer Tätigkeit sehen, auch mit der Glaubenspraxis verbunden wissen.

Arbeit für Laienprediger könnte zunehmen

Eine besonders wichtige Rolle nehme dabei der ehrenamtliche Predigtdienst ein. Schwaetzer glaubt, dass in der Zukunft gut ausgebildete Laienprediger, sogenannte Prädikanten, vermehrt gebraucht werden. Die Absolventen eines Theologiestudiums würden den Bedarf an Menschen, die in der Fläche des Landes Gottesdienste und Andachten gestalteten, nicht decken können, sagte Schwaetzer. Seriös ausgebildete Prädikanten seien daher Teil des Verkündigungsteams der Zukunft.

Der Deutsche Evangelische Küsterbund (DEK) kündigte indes an, verstärkt darauf aufmerksam machen zu wollen, wie wichtig die Arbeit von Kirchendienern und Kirchendienerinnen für ein gelingendes Gemeindeleben ist. "Wir sind das erste Gesicht, das Gottesdienstbesucher wahrnehmen in der Kirche", sagte Lothar Püster, der Vorsitzende des Küsterbundes, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Bad Münster am Stein-Ebernburg bei Bad Kreuznach. Gerade in Corona-Zeiten sei deutlich geworden, wie vielfältig und unverzichtbar die meist ehrenamtlich geleistete Arbeit der Kirchendiener, Küster, Kirchenvögte und Mesner sei, sagte Püster.

Häufig herrsche in den Kirchengemeinden das Bild vom Kirchendiener vor, der "den Gottesdienstbesuchern das Gesangbuch gebe, die Glocken läute und ein bisschen fege". Während der Pandemie seien die Frauen und Männer jedoch zusätzlich für den Hygieneschutz und die Einhaltung der Abstandsregelungen zuständig gewesen. 

Kirchendienst häufig ehrenamtlich

Kirchendienerinnen und Kirchendiener unterstützten durch ihre Dienste die Verkündigung des Evangeliums im Gottesdienst und tragen zum Gelingen von Amtshandlungen und anderen Veranstaltungen ihrer Kirchengemeinde bei. Auch kümmern sie sich um die Pflege und Erhaltung des kirchlichen Eigentums. 

Mit einem eigenen Internet-Blog wolle der Küsterbund nun das Arbeitsspektrum der Kirchendienerinnen und Kirchendiener bekannter machen und für sich werben. Der Beruf des Kirchendieners sei kein Ausbildungsberuf, traditionell hätten Kirchengemeinden seit 1945 vor allem Männer mit handwerklichen Kenntnissen dafür angestellt. Heute gebe es aufgrund des Spardrucks in der Kirche nur noch rund fünf Prozent Vollzeitjobs in diesem Bereich. Die meisten Kirchendienerinnen und Kirchendiener arbeiteten ehrenamtlich oder seien geringfügig beschäftigt, die Zahl der Frauen nehme zu. Nachwuchs für den Kirchendiener-Beruf gebe es kaum, da gerade junge Menschen an einer reduzierten Stelle nur wenig interessiert seien, sagte Püster.

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