Margot Käßmann ruft zum "Balkonsingen" auf

Die evangelische Theologin Margot Käïßmann äußert sich zu Corona-Pandemie und macht Mut

© Patrick Seeger/dpa

Die evangelische Theologin Margot Käïßmann singt mit "Der Mond ist aufgegangen" beim Balkonsingen der EKD.

Margot Käßmann ruft zum "Balkonsingen" auf
Allabendlich um 19 Uhr lädt die Evangelische Kirche alle Menschen ein, "Der Mond ist aufgegangen" zu singen oder zu musizieren – jeder und jede auf seinem Balkon oder im Garten. Dazu ruft auch Margot Käßmann auf. Nina Hagen ließ das Lied schon einmal früher für evangelisch.de erklingen. Heute Abend startet die Aktion zum zweiten Mal.

Ein entsprechender Aufruf in den Sozialen Netzwerken hatte gestern allein über Facebook rund 200.000 Menschen erreicht. Vielerorts entstanden beim Singen spontane Videos, die nun in den sozialen Netzwerken zu sehen sind. Zu den Unterstützern der Aktion gehört neben dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, der sich mit seiner Geige an dem Aktionsstart beteiligte, auch die ehemalige Reformationsbotschafterin Margot Käßmann. Das Lied der "Der Mond ist aufgegangen" erinnere daran, dass der Tod nicht das letzte Wort habe, sondern "dass es zugleich das Leben in aller Fülle gibt", so Käßmann.

Die letzte Strophe des Abendliedes mit dem Text von Matthias Claudius aus dem Jahr 1779 bewegt besonders, heißt es doch darin: "Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch!" Margut Käßmann ruft alle dazu auf um 19 Uhr auf den Balkonen und Terrassen oder an den Fenstern das Lied mitzusingen. Viele fühlten sich einsam, gemeinsames Singen stärke und stärke und ermutige. 

Nina Hagen hatte im auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2013 "Der Mond ist aufgegangen" gleich zweifach musikalisch für evangelisch.de interpretiert:

 

Derzeit sind in Deutschland Versammlungen in Kirchen verboten. Die Landeskirchen der EKD haben vor diesem Hintergrund viele gut funktionierende alternative Angebote zu den Gottesdiensten vor Ort entwickelt. Dazu gehören die klassischen Medienformate wie  Fernsehgottesdienste und Rundfunkangebote, die derzeit noch ausgeweitet werden, aber auch zahlreiche digitale Formate, die in den Landeskirchen und Gemeinden verstärkt angeboten werden. Auf der Seite www.kirchevonzuhause.de sowie in den Sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #kirchevonzuhause sind viele dieser Angebote zusammengestellt und werden laufend aktualisiert. Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, wendet sich zudem mit einer täglichen Videobotschaft an die Öffentlichkeit.