Bischof July kritisiert "respektlosen Umgang" mit Lebensmitteln

Ertntedankfest sollte zu maßvollem Konsum von Lebensmitteln beitragen.

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Jeder Einzelne kann einen respektvolleren Umgang mit Lebensmitteln anstreben und das nicht nur angesichts des Erntedankfests. Christen sollten weiterhin klar aussprechen, welche Verantwortung Menschen für das Bebauen und Bewahren der Erde haben.

Bischof July kritisiert "respektlosen Umgang" mit Lebensmitteln
Der württembergische evangelische Bischof Frank Otfried July sieht im Erntedankfest eine Ermutigung zu einem verantwortlichen Umgang mit den Ressourcen der Erde.

"Empfangender Dank schärft uns den Blick für den gedankenlosen und respektlosen Umgang mit Lebensmitteln", sagte July laut Redemanuskript am Sonntag in einer Predigt im Berliner Dom. Die "unglaublichen Mengen" an Nahrungsmitteln, die in den Müll geschüttet werden, nannte der Bischof einen Skandal.

Die biblische Botschaft von der Welt als Gottes Schöpfung habe politische Auswirkungen. "Wir als Kirche sind nicht politisch, um möglichst schnell auf eine neue Mainstream-Welle aufzuspringen", betonte July. Christen engagierten sich vielmehr für die Umwelt, damit "keiner mehr aufbrechen muss, weil in seiner Heimat die Böden vertrocknet sind und er keine Chance sieht, gute Frucht einzufahren".

Das Erntedankfest mache vor dem Hintergrund der Hungerkrise und der Krise der Welt neu bewusst, welche Verantwortung Menschen für das Bebauen und Bewahren der Erde hätten. "Wir sollten alle ein Interesse haben, dass es noch Landwirte in unserem Land gibt, die Erntedank feiern, vom Schöpfer aller Gaben wissen, Heger der vielfältigen Geschenke der Schöpfung sind und Mut zur Zukunft haben", sagte July.

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