Kirchenpräsident Jung: Gutes Leben braucht Barmherzigkeit

Kirchenpräsident Jung: Gutes Leben braucht Barmherzigkeit
Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung ist tief besorgt über den rauer werdenden Ton in der Gesellschaft. Dieser Ton sei oft voller Hass und Verachtung für andere Menschen, sagte Jung am Sonntag in einem Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche in Schlitz (Vogelsberg).

Auch die Hasskommentare im Netz seien grauenhaft. "Was nach dem Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zu lesen und zu hören war, ist mehr als schockierend. Da schauen wir in menschliche Abgründe."  Der Kirchenpräsident predigte in dem Gottesdienst zum Schlitzer Trachtenfest über Lukas 6: "Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben."

In den Hasskommentaren geschehe gerade das Gegenteil, was Jesus gefordert habe, kritisierte Jung. Hier würden Menschen verachtet, weil sie eine andere Herkunft haben oder eine andere Religion. Und solche, die sich schützend und helfend an ihre Seite stellen, so wie Walter Lübcke es getan habe. 

Sich dafür einzusetzen, dass Menschen in Not geholfen wird, dass sie nicht im Mittelmeer ertrinken, dass ihre Suche nach Sicherheit, Freiheit und Frieden nicht verachtet wird, sei gelebte Barmherzigkeit, betonte Jung. Gutes und gerechtes Leben brauche Recht und Barmherzigkeit. "Recht ohne Barmherzigkeit ist kalt und herzlos. Und deshalb auch kein gutes Recht." 

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