Papst fordert in Marokko Einrichtung legaler Fluchtwege

Papstbesuch in Marokko galt vor allem der muslimischen Mehrheit des Landes.

© Vatican Media/Ag.Siciliani/Divisione Produzione Fotografica

Papst Franziskus hat bei einem Treffen mit Migranten in Marokko die Einrichtung legaler Fluchtwege gefordert. Ein besonderes Augenmerk legte der Papst auf die Rolle Marokkos als "Brücke zwischen Afrika und Europa".

Papst fordert in Marokko Einrichtung legaler Fluchtwege
Papst Franziskus hat bei einem Treffen mit Migranten in Marokko die Einrichtung legaler Fluchtwege gefordert. Dies sei nötig, um Schleusern die Grundlage zu entziehen, betonte er am Samstagabend bei dem Treffen in einem Caritas-Zentrum in der Hauptstadt Rabat. Gleichzeitig verurteilte er kollektive Abschiebungen ohne vorherige Einzelfallprüfung. Zahlreiche Migranten versuchen, von Marokko über das Mittelmeer nach Spanien zu gelangen.

Die weltweite Flüchtlingskrise bezeichnete das Kirchenoberhaupt als "Wunde, die zum Himmel schreit". Nötig seien verstärkte Bemühungen um Aufnahme, Schutz, Förderung und Integration von Migranten. "Schutz beginnt bei der Anerkennung der Tatsache, dass niemand menschlicher Ausschuss ist." Nachdem Kinder von Migranten aus dem südlichen Afrika ihm zu Ehren einen Tanz aufgeführt hatten, fügte er von seinem Redemanuskript abweichend hinzu, Kinder bedeuteten Hoffnung. "Für sie müssen wir kämpfen!"

Franziskus forderte bei dem Treffen in der Sozialstation verstärkte Bemühungen zum Schutz der Menschen entlang der Transitrouten in Afrika. Diese seien häufig Orte der "Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch aller Art". Besonders gefährdet seien Frauen und unbegleitete Minderjährige. Für die Zielländer können Migranten nach den Worten des Papstes eine Bereicherung sein, wenn deren Beitrag wertgeschätzt, Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit bekämpft werden.

Zuvor hatte Franziskus gemeinsam mit König Mohammed VI. einen Appell für den Erhalt des Sonderstatus von Jerusalem unterzeichnet. Die Stadt müsse als "Ort der Begegnung und Symbol friedlichen Zusammenlebens" erhalten werden. Dafür sei es unerlässlich, den "multireligiösen Charakter" Jerusalems und den freien Zugang der Gläubigen der drei monotheistischen Weltreligionen zu den Kultstätten zu wahren. Der Vatikan hatte mit Besorgnis auf die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem reagiert, das Palästinenser und Israelis als Hauptstadt beanspruchen.

Am Sonntag wollte Franziskus bei einem ökumenischen Treffen eine Rede vor Kirchenvertretern halten. Zum Abschluss steht eine Messe im Prince-Moulay-Abdellah-Stadion auf dem Programm. Die Mehrheit der laut Vatikan 23.000 Katholiken in Marokko sind Migranten.

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