Zwei Frauen kandidieren für Bischofsamt in Kassel

Beate Hofmann und Annegret Puttkammer

© Andreas Fischer

Beate Hofmann (li.) und Annegret Puttkammer

Zwei Frauen kandidieren für Bischofsamt in Kassel
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck wählt Nachfolgerin von Bischof Martin Hein am 9. Mai
Zwei Kandidatinnen bewerben sich um das Bischofsamt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW).

Aus rund 60 Vorschlägen wurden Pröpstin Annegret Puttkammer aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und die Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement der Kirchlichen Hochschule in Bethel/Bielefeld, Beate Hofmann, ausgewählt, wie Thomas Dittmann, Präses der Synode der EKKW und Vorsitzender des Nominierungsausschusses, am Montag in Kassel bekanntgab.

Die Wahl findet am 9. Mai auf der Frühjahrssynode der EKKW statt. Damit steht fest, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Landeskirche eine Frau das Bischofsamt übernehmen wird. Der amtierende Bischof Martin Hein (65) tritt Ende September in den Ruhestand.

Auswahl ohne Rücksicht auf geschlechtliche Differenzierung

Auf eine Differenzierung zwischen Mann und Frau sei es bei der Auswahl nicht angekommen, betonte Dittmann. Die Entscheidung habe sich allein an der Frage orientiert, wer für das Amt am besten geeignet sei.

Annegret Puttkammer bezeichnete sich bei ihrer Vorstellung als "Pfarrerin aus Begeisterung". Als Bischöfin wolle sie unter anderem junge Erwachsene für die Kirche begeistern und die Kirche näher zu den Menschen bringen. Auch ein guter Kontakt zu den Gemeindemitgliedern sei ihr wichtig.

Beate Hofmann hob hervor, dass das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen ein wichtiges Zukunftsthema der Kirche sein werde. Zudem wolle sie Wege suchen, wie Menschen ermutigt werden könnten, aus dem Glauben zu leben. Kirche solle durch Bildung und diakonische Arbeit die Gesellschaft mitgestalten.

Die 1963 in Fulda geborene Annegret Puttkammer wirkte nach Studium und Vikariat als Pfarrerin in Kleve am Niederrhein. Von 1991 bis 1994 war sie Pastorin beim Evangelischen Bibelwerk im Rheinland, danach wechselte sie als Bildungsreferentin ins Frauenwerk der Evangelischen Kirche in Württemberg. 1997 kam sie in die EKHN und war zehn Jahre Gemeindepfarrerin in Wiesbaden und in Bad Soden-Neuenhain. 2008 wurde sie Dekanin im Dekanat Herborn. Die Synode der EKHN wählte sie 2010 zur Pröpstin für Nord-Nassau mit Sitz in Herborn und bestätigte diese Wahl 2015.

Einführung am 29. September

Beate Hofmann, 1963 in Bad Tölz geboren, wirkte nach Studium und Vikariat zunächst von 1993 bis 1996 als Pfarrerin in München. 1999 promovierte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität München. 1998 bis 2003 war sie theologische Studienleiterin der Diakonie Neuendettelsau, 2003 bis 2013 Professorin für Gemeindepädagogik an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. 2012 erfolgte ihre Habilitation, seit 2013 ist Hofmann Professorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement an der kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel.

Die Einführung der neuen Bischöfin sowie die Verabschiedung von Bischof Martin Hein ist für den 29. September in der Kasseler Martinskirche vorgesehen.

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