Kommunen engagieren sich gegen Insektensterben

Die Zahl der pestizidfreien Kommunen hat sich verfünffacht.

© Patrick Pleul/ZB/dpa

Ein Schmetterling und Bienen suchen nach Nektar auf einer Sonnenblume

Kommunen engagieren sich gegen Insektensterben
Die Zahl der pestizidfreien Kommunen hat sich nach Angaben des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im vergangenen Jahr mehr als verfünffacht.

Verzichteten im Dezember 2017 deutschlandweit 90 Städte und Gemeinden bei der Pflege ihrer Frei- und Grünflächen auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, sind es aktuell mehr als 460, wie der BUND am Dienstag in Berlin mitteilte. Der Verband verzeichnet die entsprechenden Kommunen demnach seit Anfang Dezember 2017 in einer interaktiven Online-Karte.

Die BUND-Expertin und Leiterin des Projektes "Pestizidfreie Kommune", Corinna Hölzel, betonte die Bedeutung des Verzichts auf Chemie für den Insektenschutz. Viele Kommunalpolitiker wollten etwas gegen das Insektensterben tun, erklärte Hölzel: "Sie nehmen ihre große Verantwortung für Mensch und Umwelt ernst und verbieten den Einsatz von Pestiziden auf ihren Flächen."

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Chemisch-synthetische Pestizide zur Bekämpfung von Beikräutern oder unerwünschten Insekten töten laut BUND häufig auch Nutztiere wie Bienen und Schmetterlinge oder Wildkräuter, die wiederum anderen Insekten als Nahrung dienen. Dadurch gefährde das Insektensterben andere Tierarten und beeinträchtige auch die Lebensmittelproduktion für den Menschen, so der Verband.

Hölzel betonte, rund zwei Drittel der Kulturpflanzen seien auf natürliche Bestäuber wie Bienen angewiesen. Zudem dienten Städte heute unter anderem als Spielplatz, Erholungsort oder Produktionsstätte für Lebensmittel. "Gifte haben in dieser Umgebung nichts zu suchen", erklärte die Expertin.

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