Bedford-Strohm kritisiert scharfen Umgangston in der Gesellschaft

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat einen scharfen Umgangston im Land beklagt, der statt Respekt von Verachtung geprägt sei. Jesus habe anders geredet, er habe die Liebe stark gemacht, sagte er laut Predigtmanuskript in der Nürnberger Lorenzkirche zu Beginn des neuen Kirchenjahrs am ersten Adventssonntag.

Damit Gerechtigkeit im Land herrsche und alle in Würde leben könnten, brauche es Jesus Christus. Eine Studie habe gezeigt, dass im reichen Deutschland rund 21 Prozent aller Kinder mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in einer Armutslage lebten, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.



Innerhalb der Kirche stellte der Landesbischof Diskussionen fest, in denen es vor allem um die Sorge gehe, "mit unserem je eigenen Anliegen zu kurz zu kommen". "Wir haben Angst um die Zukunft der Kirche. Wir machen uns Sorgen um die Zahl der Stellen und um die zukünftigen finanziellen Möglichkeiten", sagte Bedford-Strohm. Es brauche die spirituelle Kraft, die eigenen Interessen zurückzustellen und nach Wegen zu suchen, "die allen Menschen einen einfachen Zugang zur Liebe Gottes eröffnen".